Fun Factory, The Boss Stub, Testbericht

Fun Factory: The Boss Stub / Testbericht

Manchmal werden sogar die Gebete von Agnostikern erhört! So geschehen mit meinen Gebeten bei der Fun Factory, die ihren beeindruckenden The Boss doch tatsächlich als The Boss Stub , und das heißt: als DILDO veröffentlicht haben! Yay!!! Schon lange bin ich im Spielzeugladen immer wieder um die Vibratoren The Boss und Big Boss herumgeschlichen, weil mir ihre Form so gefiel und habe gedacht, wenn es einen davon – und am liebsten The Boss – als Dildo gäbe, könnte ich mir und dem Verkäufer heute eine Freude machen.

Ich weiß: man kann auch Vibratoren ganz pur als Dildo benutzen – und sollte das unbedingt auch hin und wieder tun!!! (meine Meinung) – aber ich bin da eigen. Ich mag das Gefühl eines massiven Körpers in meiner Hand und will mich nicht entscheiden müssen, ob ich Knöpfe drücke oder nicht. Außerdem: habe ich schon erwähnt, dass innere Vibrationen mich nur selten beeindrucken? Ich denke, mehr als nur einmal.

Eine Farb-Kritik

The Boss Stub, Fun Factory, Die Fun Factory ist bekannt für Buntheit und knallige Farben. Wenn man aber genau schaut, gehen sie ebenfalls mit fast allen Toys die von den meisten Herstellern ausgetrampelten Pfade des geringsten Kundenwiderstandes und man findet überdurchschnittlich viel Pink und Lila (und Rosa, Beere, Flieder…). Auch noch relativ viel Rot, Schwarz und Dunkelblau. Aber leider viel zu wenig Orange, Grün, Gelb und Türkis. Das ist schade. Denn ich liebe Fun Factorys Lindgrün und Quietschgelb, oder das Warnwestenorange des Big Boss und das Türkis-Petrol des Boosty… Seufz! Aber ich weiß: solange die Zielgruppe mehrheitlich Pink und Lila für die ultimativen Sextoy-Farben hält, wird sich an der derzeitigen Farbpalette leider nicht viel ändern – zu meinem Leidwesen.

Allerdings leide ich nicht allzu sehr. Denn dass es den neuesten Dildo neben dem üblichen Pink (immerhin ein tolles, knalliges Neon-Pink!) und Schwarz nur noch in einem europid-blassen Hautton gibt, ist auch schon das einzig wirklich Beklagenswerte am Boss Stub.

Es gibt übrigens, wenn man diesen realistischsten aller FF-Dildos nicht unbedingt so realistisch wie möglich möchte, einen wirklich guten Grund, Pink statt Schwarz zu wählen: Fun Factorys ansonsten erstklassiges Silikon ist für seine geradezu manische Staubverliebtheit berühmt-berüchtigt und auf Schwarz sieht man wirklich alles – WIRKLICH: ALLES!!

Größe, Form und Basis des Boss Stub

Doch genug der Farbdiskussionen – kommen wir zum Wichtigsten, und zwar zur Form des Boss Stub!
The Boss Stub, Fun Factory, DraufsichtDiese ist nahezu identisch mit der des Vibrators The Boss1 Der Dildo misst 4,2 cm im Durchmesser, hat einen beeindruckend prominenten Eichelrand, eine wundervolle Kurve und eine dezent erscheinende, jedoch intensiv spürbare Äderung im unterem Teil des Schafts. Die Oberfläche ist vollständig mattiert und fühlt sich sehr angenehm samtig an – zumindest größtenteils, hier und da ist sie beinahe ein bisschen rauh.
Was ihn von seinem vibrierenden Kollegen unterscheidet ist, – abgesehen vom allzu Offensichtlichen, dass er eben nicht vibriert – dass er eine breite Basis hat. Diese ist, wie bei Fun Factory üblich, nicht rund, sondern hat die Form eines ausgebeulten und abgerundeten Dreiecks. Sie läuft den Rändern sehr schmal zu und ist an der Unterseite platt und glatt mit einem hauchdünnen Rand, der für den Unterdruck auf glatten Flächen sorgt.
Die Basis macht den The Boss Stub auch für sehr fortgeschrittene Spieler sicher für den analen Gebrauch und lässt sich in einen Harness einspannen, um mit dem/der Liebsten zu vögeln. Nicht zuletzt lässt sich die Basis beim Gebrauch allein oder zu zweit gut halten und ist griffiger als das Batteriefach des Vibrators.

neue und alte Basis der FF-DildosIch bin von der Basis in diesem Falle allerdings nicht restlos begeistert, weil sie mir etwas zu dünn und wabbelig ist, was den Komfort beim Handgebrauch weniger exquisit macht – allerdings merkt man das nur dann, wenn man weiß, wie unglaublich bequem die alten, gnubbelig-massiven Stub-Basen in der Hand liegen, die etwas ganz Besonderes waren und für mich ein ganz deutliches Markenzeichen der Fun-Factory-Dildos. Immerhin: die Saugwirkung ist überraschend gut! Auf glatten Flächen hält mein Boss Stub bombenfest.

Meine Erfahrungen mit dem Boss Stub – Liebe auf den ersten F*

Fun Factory, The Boss Stub und CurveIch hatte ja meiner Trauer über das Produktionsende des Fun Factory Curve vor einiger Zeit Ausdruck verliehen – sogar mit einem Zitat aus Bachs Matthäuspassion, womit geadelt zu werden natürlich nicht jeder Dildo verdient! Und so war ich gespannt, ob der Boss Stub ein angemessenes Trostpflaster für mich sein könnte: extrem stimulierende Eichelkante, göttliche Kurve… und ich muss sagen: OH JAAA! JUHUUU!!!!

Allerdings gibt es, wie man sieht und spürt, einige signifikante Unterschiede.
Der Boss Stub ist noch ein Stück dicker als der Curve bei ebenso matter Oberfläche. Das heißt, er produziert mehr Reibung. Einen glatten Dildo dieses Kalibers kann ich relativ leicht in mir bewegen und muss mich nicht so sehr vorbereiten. Wenn ich aber beim Boss Stub noch nicht weich und geweitet genug bin, ist die Reibung trotz massiver Gleitgelanwendung (unbedingt empfehlenswert!!!) unangenehm und kann sogar schmerzhaft sein.

Ich spiele mich also mächtig auf, indem ich mich ein, zwei, dreimal an den Rand eines Orgasmus‘ begebe – und dann wieder etwas zurücktrete. Dazu lasse ich mir Zeit, benutze währenddessen einen oder zwei andere Dildos geringeren Ausmaßes und mache auch sonst so einiges, was mir gefällt, bis meine Vagina gierig quengelt. Dann nehme ich den Boss Stub, gebe eine anständige Portion wasserbasierten Gleitgels darauf und beginne langsam und vorsichtig zu ficken.2

Ein Merkmal, das der Curve und der Boss Stub gemein haben, ist, dass sie, wie gesagt, beide über eine sehr prominente Eichelkante verfügen. Beim Curve ist es mir kaum ohne Schmerzen möglich, die Eichel beim Gebrauch ganz herauszuziehen und wieder einzuführen. Deshalb ist es besser, damit nur Stöße auszuführen, bei denen die Eichel die ganze Zeit in der Vagina verbleibt.
Mit dem Boss Stub fange ich sehr vorsichtig an, weil sonst der Eichelrand auf breiter Front unangenehm von innen gegen das Schambein drückt. Aber nach und nach kann ich sie darüber hinweg bewegen und den Dildo bald schneller und vollständig hinein und hinausgleiten lassen – was den großartigen Effekt hat, dass auch der vordere Anteil der Vagina einen sehr starken Wechsel aus Dehnung und Entspannung erfährt. Dadurch werden die dort um die Scheide herumziehenden Schenkel der Klitoris gedehnt und bewegt – was natürlich erheblich zum Erfolg der ganzen Aktion beiträgt!

Fun Factory, The Boss Stub von unten gesehenSo haben wir alles in einem: Eine kräftige Manipulation der Klitoris, eine Reizung des Gewebes um das Schambein durch den Druck der Eichel – und beim tiefen Eindringen durch die Venenstruktur am Schaft. Weiterhin: eine En-passant-Stimulation des G-Punktes, über den die Eichel aufgrund ihres Randes und der Kurve immer wieder druckvoll hinweggleitet, und außerdem ein sehr deutliches Füllegefühl bis in die Tiefe der Vagina – ohne jedoch den Muttermund unangenehm zu reizen. Verbunden mit der gut spürbaren Reibung, die einen leichten Zug auf das Gewebe ausübt, ergibt das wirklich das ganze Repertoire an vaginaler Stimulation, das ein Dildo bieten kann. Wer Lust hat kann zusätzlich noch die Klitoris von außen bequem mit einem Vibrator oder mit den Fingern stimulieren, denn die Länge des Boss-Stub und die Form der Basis legen einem dabei keinerlei Hindernisse in den Weg.

Mir jedoch reicht der Boss Stub ohne weitere Hilfsmittel voll und ganz, und ich habe mich doch tatsächlich einmal dabei erwischt, im Eifer des Gefechts den Namen meiner Lieblingsmasturbationsphantasie herauszugrunzen – in Verbindung mit einigermaßen direkten und wenig damenhaften Handlungsanleitungen – tsis, tsis!

Der Fun Factory The Boss Stub in Kürze

Fun Factory, The Boss Stub im ProfilPro: Ich liebe den Umfang, ich liebe die Kurve, ich liebe die Eichel, ich liebe die Venen, ich liebe die Reibung, ich liebe die Länge… Kurz: ich liebe den ganzen Boss Stub in all seiner machohaften Verwegenheit!!! Besonders schön finde ich, dass ich ihn – im Gegensatz zum geliebten Curve – vollständig hinein und hinausgleiten lassen kann. Er ist ein toller Dildo für Frauen, die es gern lang, dick und intensiv mögen und trifft alle relevanten Punkte ohne großes Zutun.
Die Basis hält sehr gut auf glatten Flächen. Sie macht The Boss Stub harnesskompatibel und für den analen Gebrauch sicher.

Contra: Die Oberfläche schreit nach ausgenommen guter Befeuchtung – ohne Gleitgel geht da bei mir gar nichts – und Entspannung/Erregung! Für manch eine/n, die/der etwas empfindlicher ist, könnte der Boss Stub auch trotzdem dauerhaft zu viel Reibung produzieren (siehe Update unten). Er verlangt mir ein gutes Maß an Behutsamkeit und Vorbereitung ab, und ich denke, das könnte Vielen so gehen.
Die Basis ist nicht ganz so griffig wie die Basen der alten Fun-Factory-Stubs und fühlt sich ein wenig labberig in der Hand an.

Maße: Länge: 18 cm; davon einführbar: ca. 16 cm; Durchmesser: ca. 4,2 cm, Basis: ca. 7,5 cm, Höhe der Eichel: ca. 4,5 cm

Material: staubverliebtes, relativ festes und bestes Silikon

Gleitgel: auf Wasserbasis

Fun Factory, The Boss Stub, VerpackungReinigung und Pflege: Waschen mit warmem Wasser, Seife oder Spüli, Aufbewahrung: ich empfehle eine Plastiktüte zum Schutz vor Staub; Desinfektion mit Toycleaner oder durch 3-4 min. kochen.

Verpackung: dezenter metallic hellbrauner Pappkarton mit rotem Innenleben in einem Pappschuber mit Produktbild

Farboptionen: Pink, Schwarz, Caramel (naja, eher ein europid blasser Hautton)

 

Alternativen

Für diejenigen, denen die Eichel zu stark abgesetzt und der Boss doch etwas zu dick ist, ist der etwas dezentere Fun Factory Magnum wahrscheinlich eine gute Alternative. Wer eine noch heftigere Eichel mag, sollte sich sputen, den Curve noch irgendwo aufzutreiben. Wer den Boss Stub interessant findet, aber auf Vibrationen nicht verzichten mag, nimmt den batteriebetriebenen Vibrator The Boss oder den – allerdings etwas anders geformten und noch etwas umfangreicheren – wiederaufladbaren Big Boss.

Vielen Dank an die Fun Factory, die mir diesen neuen Stern an meinem Dildohimmel zur Verfügung gestellt hat!

Update 25.03.2015:

Ich habe dem Boss Stub das Herzchen in meiner “Testberichte von A-Z”-Liste eingeklammert, weil ich doch finde, dass die Reibung durch die rauen Partien der Oberfläche etwas zu heftig ist. Zumindest mache ich sie für zwei heftige Pilzinfektion, die mein Liebesleben tagelang lahmlegten, mit verantwortlich.

Bei meinem letzten Spielzeugladenbesuch stieß ich allerdings auf einen Bos Stub mit seidig matter und gleichmäßiger Oberfläche, bei dem dieses Problem sicherlich nicht auftritt. Ich würde daher empfehlen, wenn möglich, den Dildo vor dem Kauf zu prüfen.

  1. Die Form des Big Boss G4 ist ein klein wenig anders  Zurück zum Text
  2. Zur Vorsicht rate ich aus eigener langjähriger Dildo-Erfahrung besonders Frauen mit einer Neigung zu Irritationen und Infektionen der Vagina. Die Reibung kann nämlich wirklich ziemlich stark reizen und Ihr solltet unbedingt schon so weit vorbereitet sein, dass sie sich angenehm anfühlt, nicht schmerzhaft. So weit ich es von mir weiß, ist das weniger abhängig von der Menge oder Qualität des Gleitgels, sondern in erster Linie von der Entspannung und Weitung der Vagina bei zunehmender Erregung. Ich mag es ja sehr, wenn ein Dildo etwas Reibung verursacht und sage deshalb: ein ausgiebiges Vorspiel lohnt sich!!!  Zurück zum Text

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