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Fleshlight – Cyborg Dildo / Testbericht

Der Cyborg ist ein Monstrum!! Ich gebe auf, strecke die Waffen und gebe es zu: ich bin ihm absolut nicht gewachsen!

Nun, das hätte ich mir eigentlich auch gleich denken können. Ein rund 4,5 cm dickes Etwas mit ausgeprägten Spitzen, Graten und Rippeln – das kann nicht gut gehen bei meiner empfindlichen Vagina.

Der Kauf war denn auch ein vollkommen übermütiger Akt. Denn lange Zeit hatte ich gedacht, ich könne Struktur am Scheideneingang kaum ertragen, abgesehen von ein paar Glasnoppen, leichten Wellen und Rillen an schlanken Dildos. Aber als mir dann ein lieber Mensch seinen überflüssigen Fun Factory Tiger schenkte und ich mich nun unversehens mit einem üppig strukturierten, wundervoll roten Silikonschwengel konfrontiert sah, stellte ich mich der Herausforderung. Und es fühlte sich unglaublich gut an, nachdem ich ihn erst einmal gebändigt hatte und zu führen wußte. Das war der Anfang einer eingehenden Silikondildo-Strukturerkundung, deren vorläufigen Höhe- und zugleich Tiefstpunkt der Cyborg darstellt.

Ich probierte nach dem Tiger also weitere stärker strukturierte Sachen aus und war ganz von den Socken, was ich meinem empfindlichen Scheideneingang so alles zumuten darf, wenn ich es nur geduldig und entspannt genug angehe: den Tantus Splash, Echo und Tsunami, den Wave von FF. Alles super, alles schön, alles im Rahmen meiner Kapazitäten. Doch wie es meistens ist: manche Leute können den Hals nicht vollkriegen – und andere eben nicht dessen Antipoden. Und so war ich hellauf begeistert, als ich die Fleshlight Freaks-Serie entdeckte, in der es so völlig fragwürdiges Zeug gibt wie einen Schwanz, der den Eindruck macht, als sei er, trotz seiner äußerst lebendig erscheinenden Gerecktheit längst in die Phase der Verwesung übergegangen; ein anderer sieht aus, wie ein Alien-Dildo (zumindest seit wir dank James Cameron gelernt haben, daß Aliens blaue Männchen sind), und wieder andere sind im Frankenstein- oder Dracula-Stil – na und dann gibt es eben meinen, der einen Cyborg-Pimmel darstellen soll und welcher der am gewagtesten strukturierte der Serie ist.

Optik, Haptik und anderweitig Bemerkenswertes

cyborg, fleshlight, dildo, silikon, testbericht, erfahrung,Trotz aller Absurdität sieht er irgendwie doch ziemlich cool aus, oder? Das Silikon ist etwas marmoriert und hat einen ganz dezenten Metallic-Schimmer. Die Rillen und Riffel sind sehr phantasievoll gestaltet. Auch in der Hand fühlt er sich toll an, glatt und relativ weich. Man denkt also erstmal an nichts wirklich Schlimmes. Aber hübsch und handschmeichlerisch reicht ja nun mal nicht, denn das Ding ist immerhin ein Dildo und soll daher ganz woanders entzücken… eigentlich

Denn etwas gibt Rätsel auf und steht dieser Grundidee eines Dildos diametral entgegen. Fleshligt läßt nämlich verlauten: „Dildo nur zur äußeren Stimulation geeignet“. Nun frage ich mich, was man mit einem Dildo äußerlich stimulieren soll. Wenn ich von einem Sexspielzeug Stimulation will, dann möchte ich Stimulation bis zum Orgasmus. Alles andere stimuliere ich dann doch lieber mit anderen Mitteln (was weiß ich: Kunst, Filme, Musik, Massagen…) und falls hier mal wieder ein Hersteller suggeriert, man solle sich mit dem Dildo an der Klitoris streicheln1 plädiere ich dafür, die Kirche im Dorf, bzw. den Dildo in der Vagina zu belassen. Meinetwegen auch im Hintern, aber für die Klitoris gibt es nun wirklich weitaus geeignetere Stimulanzien. Allerdings laden manch Eine vielleicht die Rippel zum Rubbeln ein – kann man machen und bringt vielleicht auch was, aber dafür kauft man sich, wie gesagt, eigentlich keinen Dildo.

Erfahrungen mit dem Cyborg in Aktion

Nun gut! Die zweifellos gut gemeinten Hersteller-Warnungen in den Wind schlagend probierte ich den Dildo dann doch so aus, wie man einen Dildo eben ausprobiert. Und zwar, wie es bei einem solchen Geschoss auf jeden Fall ratsam ist: sehr entspannt und gedehnt durch ausgeprägtes Spiel mit noch Größerem, überaus gut befeuchtet mit tonnenweise Gleitgel und mit einem ausreichend erwärmten Toy.

Aber es war, ist und bleibt grauenhaft! Dadurch dass der Dildo so dick ist – 4,5 cm finde ich auch ohne dermaßen heftige Struktur fast schon grenzwertig – drücken die Zacken und Rippel beim Einführen fest gegen das Schambein. Will ich den Druck ein wenig abmildern, indem ich den Dildo von dieser empfindlichen Stelle etwas wegdrücke, spielen die Rippel auf der Unterseite nicht mit. Wozu man dort überhaupt Rippel braucht, ist mir übrigens vollkommen schleierhaft; das Häutchen am Damm ist, zumindest bei mir, überhaupt nichts, das zur sexuellen Erregung irgendeinen nennenswerten Beitrag leistet. Allerdings ist es empfindlich genug, um ein Reibeisen als unangenehm zu registrieren! Die Vielzahl von Irritationen und Unannehmlichkeiten beim Cyborgbenutzungsversuch möchte ich folgendermaßen zusammenfassen: Es ist, als würde ich mit einer ausgestopften Echse masturbieren! Wie Ihr Euch denken könnt, habe ich diese These bislang zwar nicht verifiziert und werde wohl auch weiterhin davon Abstand nehmen. Aber ich denke, dieser Vergleich ist sehr anschaulich und vermutlich auch treffend.

cyborg, fleshlight, dildo silikon, testberichtDabei ist das Einführen noch nicht einmal das Allerschlimmste. Das Herausziehen bringt erst die eigentlichen Schmerzen durch die Widerhaken an der Eichel. Am angenehmsten – d.h. nur mittelmäßig schmerzhaft – ist es, wenn ich ihn weitestgehend vaginal installiert belasse und nur um wenige Zentimeter rein und raus bewege. Da aber Schmerz und Lust bei mir keine allzu glückliche Verbindung eingehen, konnte ich mit dem Ding noch nicht ein einziges Mal kommen und legte es immer wieder frustriert zur Seite.

Doch wer glaubt, nun sei der Frust vorbei, irrt gewaltig! Denn irgendwann kommt der Abwasch!

Reinigung

Ich bin ein sehr reinlicher Mensch. Nicht übertrieben, aber eine gründliche und rückstandslose Wäsche mit Wasser und Spüli ist nun mal das, was man einem Sexspielzeug zum Mindesten angedeihen lassen sollte. Doch auch hier macht mir der Cyborg einen Strich durch die Rechnung. Natürlich kommt man bei der Struktur um den Gebrauch einer Bürste nicht umhin. Und auch ein mehrminütiges Einweichen ist nötig, wenn die Gleitgel- und Sekretreste bereits angetrocknet sind. Und das sind sie i.d.R., denn man springt ja nicht gleich nach dem Masturbieren auf und an den Wasserhahn. Ich zumindst nicht. Meines Zeichens eifrige Dildoschrubberin, ist es mir aber wirklich noch nie gelungen, den Dildo in einer halbwegs annehmbaren Zeit restlos sauber zu bekommen. Selbst wenn ich dachte: ’na, das sieht doch jetzt richtig gut aus!’ fand ich nach dem Trocknen immer noch in irgendeiner Rille Reste vom letzten Gebrauch. Das wäre ja irgendwie noch gerechtfertigt, wenn die Rippel und Rillen alle sinnvoll wären – sind sie aber m.E. nicht. 2

Und noch einen Nerv-Faktor bietet der Cyborg, wie auch die anderen Dildos der Serie: die Basis. Das Fehlen einer Saugfunktion finde ich nicht weiter dramatisch. Auch dass er nicht sonderlich harnesskompatibel zu sein scheint, kann ich verkraften. Aber was reitet einen Designer, das Ding mit einem derart riesigen Klopper von Hodensack auszustatten?!?! Dadurch ist er unnötig schwer und unhandlich zu greifen. Angenommen, ich hätte tatsächlich Spaß an dem Monstrum, so würde der mir sicherlich von der unbequemen Handhabung einigermaßen vergällt.

So, genug gemeckert!

Immerhin: in eine ordentliche Dildosammlung gehören vielleicht auch ein paar freakige Absurditäten und man weiß ja nie, ob ich nicht doch noch irgendwann die Lust am Schmerz entdecke.

öhöm, naja, ich zweifle daran.

 

Der  Fleshlight Cyborg in Kürze

fleshlight Cyborg SeitenansichtPro: hm … weiß nicht…passt gut zu meiner Pflanze? Sicherlich auch schön, wenn man auf Schmerzen steht.

Nein, ernsthaft:

Empfehlenswert für äußerst strukturverliebte Size Queens und Kings.

Und: am Cyborg gibt es ganz objektiv abgesehen von der Basis nichts auszusetzen. Prima sauberes Material und saubere, einwandfreie Verarbeitung lassen keine Wünsche offen und der Cyborg ist daher ein gutes Toy, wenn man ihn zu nehmen weiß.

Contra: Mit dieser Struktur sicherlich für viele zu dick und zu fest; erfordert abendfüllendes Abwaschprogramm oder ein Kondom beim Gebrauch; völlig unnütze, schwere und unhandliche Basis

Länge: ca. 20,5 cm, davon 15 cm einführbar

Durchmesser: 4-4,5 cm

Material: Silikon; etwas weicher als z.B. Fun Factory-Silikon.

Gleitgel: wasserbasiert und viel!

Reinigung und Pflege: Waschen: mit Wasser, Seife/Spüli und weicher Bürste (ausgiebig!) Desinfektion: Toycleaner oder 3-4 min Kochen Aufbewahrung: ich empfehle eine Plastiktüte

Verpackung: sachlich, angemessen und nichts Besonderes, sieht ein bißchen aus, als sei sie für Männer gestaltet. Recht großer, fester schwarzer Pappkarton mit Sichtfenster, Abbildungen der Freaks-Serie und Produktinformation auf der Rückseite

Andere Rezensionen: http://www.edenfantasys.com/sex-toy-reviews/dildos/fleshlight-freaks-cyborg-dildo-reviews

Erfahrungsbericht über eine anale Verwendung (Ich mag nicht einmal daran denken!!!)  http://incendiaire-reviews.blogspot.de/2013/10/fleshlight-freaks-cyborg-dildo.html?zx=f912fd567aed3d9d

Alternativen

Ich empfehle Struktur-EinsteigerInnen eher durchschnittlich dimensionierte Dildos: z.B. Pipedream Icicles No.7,  den Tantus Echo und den Fun Factory Wave.

Soll es etwas größer sein: Tantus Splash, Fun Factory Tiger.

  1. Der Curve von Fun Factory besitzt z.B. auch eine „Wölbung zur Klitoris-Stimulation“  Zurück zum Text
  2. Will man das alles vermeiden, kann man ein Kondom überziehen. Auf Silikon-Spielzeug möglichst trockene Kondome benutzen, da die feuchten i.d.R. mit Silikongleitgel imprägniert sind und dieses evtl. dem Toy schaden kann.  Zurück zum Text

Ein Gedanke zu „Fleshlight – Cyborg Dildo / Testbericht

  1. Das ist wirklich ein ziemlich heftiger Dildo!
    Ich schaue mir gerne immer wieder verschiedene Sextoy-Tests an, bleibe aber immer etwas “sensationsgeil” an diesem Bericht hängen.

    Ich finde, das Aussehen ist bei einem Sextoy genau so wichtig, wie die Benutzbarkeit.

    Vielen Dank für dieses Highlight der Sextoyberichte!
    -André

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