Droo of Sweden, H2O Vibe, Testbericht

Drop of Sweden – H2O Vibe / Testbericht

Es gibt wohl kaum eine Frau im Besitz einer Dusche, die noch nicht auf die Idee gekommen ist, mit den Duschkopf vor der Vulva herumzufuhrwerken in der Hoffnung auf einen Orgasmus oder zumindest auf eine gehörige Portion sexueller Erregung. Ich selbst konnte nach einigen Versuchen dieser Art feststellen: nett, aber verzichtbar. Es ist zwar angenehm, die warme Brause zu spüren, aber meine Klitoris ist ein kleines Prinzesschen und offenbar eifersüchtig, wenn alles um sie herum ebenfalls bespaßt wird. Oder um es anders auszudrücken: um meiner Klitoris einen Orgasmus zu entlocken, darf die Ablenkung nicht so groß sein, wie sie es nun einmal ist, wenn die Stimulation buchstäblich nach dem Gießkannenprinzip verteilt wird. Deshalb freute ich mich ganz besonders, als ich von Drop of Sweden den H2O Vibe zum Testen angeboten bekam: einen Vibrator, den man an den Duschschlauch anschließen kann und an dessen Bedienteil eine auf die Klitoris gerichtete Silikondüse sitzt.

Voraussetzungen für das Spiel mit dem H2O Vibe

Bevor ich zur eigentlichen Produktrezension komme, muss ich noch kurz von meinen Schwierigkeiten berichten, ein geeigneten Ort zum Testen zu finden. Denn was ich – Besitzerin eines 87 cm breiten Badezimmers mit einer Dusche vor dem Fenster – erst einmal überhaupt nicht bedacht hatte: Ich kann den H2O Vibe bei mir zu Hause gar nicht so richtig verwenden. Das liegt ja nahe. Entweder man duscht, oder man wasserstrahlt die Klitoris, beides zusammen geht nun mal nicht, wenn man nur einen Schlauch hat, und es beunruhigt mich schon ein wenig, dass ich das erst herausfand, als ich schon unter der Dusche stand …

Ich verschob also mein Experiment auf einen Besuch bei den Eltern, die eine Badewanne nebst Duschschlauch besitzen. Aber mein Vater steht auf ewige Haltbarkeit und ich habe ihn im Verdacht, dass er den Duschschlauch mit dem Aufsatz verschweißt hat. Übrigens wusste ich sowieso nicht, wie ich es hätte anstellen sollen, einerseits auf der komfortablen Prinzessinnenseite zu sitzen (also auf der Seite der Badewanne, wo man nicht den Abfluss unter dem Hintern und im Nacken hat), oder überhaupt zu sitzen, und gleichzeitig die Mischbatterie zu bedienen, die rätselhafterweise sehr hoch über der Wanne angebracht ist.

Dreifache Rettung wartete bei der Liebsten: 1. eine Badewanne + Dusche; 2. ein leicht zu entfernender Brausekopf; 3. ein bequem auch im Sitzen erreichbarer Wasserhahn. Diese drei Voraussetzungen müssen m.E. erfüllt sein, damit sich das Nachdenken über die Anschaffung eines H2O Vibes überhaupt lohnt.

Die Düse

Drop of Sweden, H2O Vibe, Deckel, DüseLetzteres, also die Erreichbarkeit des Wasserhahns, ist vor allem deshalb wichtig, weil es am H2O Vibe keinen Regler zum Ein- und Ausschalten oder zum Anpassen der Strahlintensität gibt. Diese kann nur über den Duschwasserhahn geregelt werden. Wenn Drop of Sweden also in der Produktbeschreibung davon spricht, dass die Düse angepasst werden kann, bedeutet das lediglich, dass man beim Gebrauch die Richtung des Wasserstrahls variieren kann. Das ist tatsächlich sehr einfach mit dem Daumen zu bewerkstelligen. Außerdem kann man die Intensität des Wasserstrahls direkt an der Spitze der Düse verändern. Das Silikon ist flexibel und lässt sich an dieser Stelle leicht zusammendrücken. Aber für die Finger ist das etwas krampfig, zumindest dann, wenn man den Vibrator gern einhändig bedienen will, und dass ich die Verengung dann die ganze Zeit aktiv aufrechterhalten muss, war mir faulem Wesen zu blöde.

Und so lasse ich einfach noch genügend Platz in der Badewanne und stelle den Strahl an der Mischbatterie auf eine angenehme (natürlich hohe!) Intensität und benutze nur den Daumen, um ihn zu lenken. Und das ist wirklich toll! So ein starker, warmer, konzentrierter Strahl auf der Klitoris ist großartig, es macht mir Spaß, damit herumzuspielen und und er lässt mich, wenn ich denn soweit bin, schnell und intensiv kommen. Also, festhalten dürfen wir: es ist sehr angenehm und durchaus etwas Besonderes, wenn man es noch nicht so kennt, einen strammen Wasserstrahl auf der Klitoris zu spüren. Eine feine kleine Düse sitzt da am Ende des Vibrators!

Der H2O Vibe als Vibrator

Drop of Sweden H2o VibeDie Bedienung des H2O Vibes gestaltet sich denkbar einfach: Kurzes Knopfdrücken startet den Vibrator und dient dazu, sich vorwärts durch die Programme zu zappen. Ein längeres Knopfdrücken dient zum Ausschalten. Dass der H2O Vibe batteriebetrieben ist, sehe ich ihm gern nach. Das muss nicht unbedingt von Nachteil sein, zumal er alle Akkus frisst.

Nur darf man bei 2-x-Micro-Betrieb nicht mit bahnbrechenden Vibrationen rechnen, und so ist die Vibration, die der H2O Vibe von sich gibt, denn auch weit entfernt von dem, was mich glücklich macht: ein extrem feinschlägiges Gesummse in 10 Variationen (3x konstante Vibration unterschiedlicher Intensität und 7 Intervallprogramme), das bei mir, wenn überhaupt etwas, nur Taubheit verursacht, weshalb  ich auf die Vibration gern verzichte.

Der Vibrator liegt in der unteren Hälfte des Schaftes und somit nahe am Scheideneingang, wenn ich den H2O Vibe eingeführt habe. Manch einer Frau mag das gefallen; meine Welt ist es nicht. Ich mag es lieber, wenn es im Kopf des Vibrators und somit am G-Punkt vibriert.

Der H2O Vibe als Dildo

Drop of Sweden, H2O Vibe, Dorcel, So DildoAls Vibrator fällt der H2O Vibe bei mir also glatt durch. Aber der Schaft ist oben sehr schön gebogen und gibt an Land für mich einen schlanken Dildo ab für kleine, feine Rein-raus-Spielchen. Das Silikon ist ziemlich fest und gibt auf Druck wenig nach; der Schaft ist, abgesehen vom unteren Drittel, flexibel. Die Form und Festigkeit erinnert mich auf erfreuliche Weise an das kleinere Ende des So Dildos von Marc Dorcel. 1 Immerhin lässt sich also sagen: nett im Bett. Dafür gibt es sogar noch einen zusätzlichen zierlichen Batteriefachdeckel mit Bedientaste, der es erlaubt, auch hier die 10 Vibrationsprogramme zu nutzen.

In der Badewanne

Droo of Sweden, H2O Vibe, TestberichtUnter Wasser ist der H2O Vibe als Dildo nicht so gut zu gebrauchen. Vom Wasserstrahl abgesehen kann ich nicht erkennen, was ihn für den Gebrauch in der Badewanne sonderlich prädestiniert. In null Komma nix ist die vaginale Schmiere vom Badewasser dahingerafft und das Silikon zuppelt dank erheblichem Reibungswiderstand an den Schleimhäuten. Das liegt nicht nur am H2O Vibe, sondern vor allem in der Natur der Sache. Wasser ist eben kein Gleitmittel. Der Spaß am Ficken ist also schnell dahin, und anderes gibt die Form für mich leider nicht her.

Und so sitze ich dann mit dem von mir zum Schweigen verurteilten H2O Vibe in der Wanne und bestrahle meine Klitoris – was ja für sich genommen ganz wundervoll ist. Aber es ist zwar einerseits besser als nichts, den H2O Vibe in der Vagina stecken zu haben, andererseits lechzt sie nach etwas Üppigerem, Ausfüllendem, und so bedaure ich es, dass der H2O Vibe weder ein Gerät mit den richtigen Vibrationen an den richtigen Stellen ist, noch ein üppiger Kaugummi für den Beckenboden. Er ist nur ein mageres Etwas, am Scheideneingang hart, innen kaum spürbar, und mein zuckendes Möschen klammert sich daran wie an einen Strohhalm.

Was kann ich also abschließend zum H2O Vibe sagen? Ich freue mich, dass ich durch ihn nähere Bekanntschaft mit einer bislang zu Unrecht von mir verschmähten Art der Klitorisstimulation machen durfte, sehe aber sehr viel Verbesserungspotential. Denn mit einigen Veränderungen könnte er durchaus mehr für mich sein als ein kleiner Dildo mit Düse dran.

Apropos, Dildo mit Düse: wer Lust auf konzentrierte Klitorisstimulation durch Wasser hat, aber den H2O Vibe hinsichtlich Form und Vibration nicht so vielversprechend findet, für die ist ist eine Reinigungsdüse für Blechblasinstrumente, evtl. kombiniert mit einem Lieblingsdildo/-vibrator, sicherlich eine gute und preiswerte Alternative.

Der H2O Vibe in Kürze

Drop of Sweden, H2O Vibe, VerpackungPro: Der konzentrierte Wasserstrahl ermöglicht eine recht außergewöhnliche und effektive Stimulation der Klitoris. Der Strahl ist durch die flexible Düse leicht lenkbar. Es gibt austauschbare Kappen für Bett und Wanne. Der Schaft ergibt im Trockenen für Liebhaber des eher Zarten evtl. einen feinen Dildo für’s Warm-up (und vielleicht mehr). Wasserdicht.

Contra: Die Vibrationen sind extrem feinschlägig-summsig und eher schwach. Das Zentrum der Vibration sitzt in der unteren Schafthälfte. Zum Starten, Stoppen und Regeln der Intensität des Wasserstrahls dient allein der Wasserhahn. Ich fände eine eher ausfüllende Form des Schaftes oder einen stärker gebogenen festen Schaft besser für den wegen der Reibung notgedrungen recht statischen Einsatz im Wasser.

Material: Silikon, ABS

Maße: Länge 20 bzw. 17 cm, davon 12,5 cm einführbar; Durchmesser (Schaft): 2,5 – 3 cm

Energieversorgung: 2 x Micro (AAA), auch Akkus

Gleitgel: wasserbasiert

Reinigung und Pflege: Reinigung mit warmem Wasser und Spüli/Seife; evtl. eine weiche Bürste für den Spalt zwischen ABS und Silikon und Blechrand; Desinfektion mit Toycleaner

Verpackung und Lieferumfang: Pappschachtel mit Sichtfenster, darin Plastikblister und Gebrauchsanleitung, 2 Batteriefachaufsätze: einer mit Düse und Anschluss für den Duschschlauch, einer ohne Düse.

Farboptionen:  pink, lila, blau

Vielen Dank für den H2O Vibe an Drop of Sweden!

  1. Das ist nämlich ähnlich geformt, nur noch etwas netter, finde ich. Und es vibriert nicht – und was nicht vibriert, kann auch nicht nervtötend vibrieren. Ist das nicht ein hervorragendes Argument für das geringere Frustrationspotential von Dildos gegenüber den meisten Vibratoren? Ich finde, ja!  Zurück zum Text

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