Fun Factory, Bouncer, Testbericht

Fun Factory – Bouncer / Testbericht

Ich weiß, ich bin ein Angeber, aber auch auf die Gefahr hin, dass das nun allzu deutlich wird, muss ich es loswerden: Der Bouncer ist mein 10. – in Worten: zehnter! – Dildo/Stub aus der Fun Factory!!! Allein schon deshalb nimmt er gerade eine besondere Stellung in meiner Sammlung ein. Und natürlich auch in anderer Hinsicht ist er bedeutend, denn er ist mein erster Dildo, der klappert.

Stubs, Dildos, Fun FactoryKlapperspielzeug scheint gerade zu einem Steckenpferd der Fun Factory zu avancieren. Bereits im letzten Jahr kamen die B Balls auf den Markt, die ich ja nach wie vor ganz herrlich finde! Das waren eine Analversion der bekannten Liebeskugeln Smart Balls Duo. Konsequent ergänzt Fun Factory nun das Sortiment um ein weiteres Kugel-Item. Mal sehen, ob da in Zukunft noch mehr auf uns zu gekullert kommt.

Die Kugeln, welche in diesen Toys verbaut werden, bestehen aus ABS-Hartplastik und sind jeweils mit einer schweren Metallkugel im Innern versehen, die bei Erschütterung oder Bewegung hin und her kullert und klappert, wodurch sie Schwingungen der ABS-Hülle verursacht. Diese sind dann an der Oberfläche der Toys spürbar.

Neben allerlei anderem Gesundheitsförderlichem1 sollen diese Schwingungen sexuelle Erregung hervorrufen. Ich bin da leider relativ resistent, fürchte ich. Ich mag zwar das Klappern meiner Liebeskugeln und spüre es auch gut, aber meinen Beckenboden mit Nicht-Klapperndem spielen zu lassen finde ich eigentlich fast genauso anregend. Noch mehr mag ich das Klappern der B Balls, weil es im Hintern stattfindet, wo ich empfindlicher bin. Na, und nun kommt also der Bouncer daher – ein mit gleich drei Klapperkugeln bestückter Dildo.

Maße, Oberfläche, Basis und andere Äußerlichkeiten

Fun Factory, Bouncer, testberichtDen Bouncer kann man schon als etwas üppiger bezeichnen. Von seinen 18 cm Gesamtlänge sind ca. 16,5 cm einführbar, und sein Durchmesser beträgt 3,3 – 4 cm. Drei Verdickungen bergen die Klapperkugeln, die sinnvollerweise in den oberen 14 cm des Schaftes angesiedelt sind, so dass man auch bei durchschnittlicher Scheidenlänge von allen dreien direkt profitieren kann. Die obere Wölbung des Dildos knickt ein bisschen nach vorn und bezeichnet eine zaghafte G-Punkt-Kurve.

Die Oberfläche ist matt und benötigt einiges an wasserbasiertem Gleitgel, damit der Bouncer ordentlich flutscht – allerdings längst nicht so viel wie der FF-Dildo vom letzten Jahr, der Boss Stub. Im Gegensatz dazu ist der Bouncer gleichmäßig samtig und erzeugt mit Gleitgel nur ein leicht spürbares und angenehmes Maß an Reibung.

Der Bouncer ist wegen der festen Kugeln darin etwas steifer als andere Dildos. Z.B. lässt sich der noch etwas dickere Boss Stub bei auf dem Tisch fixierter Basis relativ leicht so weit vornüber biegen, dass er mit der Spitze die eigene Basis berührt. Dazu bräuchte ich beim Bouncer eine Gewalt, die ich lieber nicht anwenden will. Der Bouncer kann bei fixierter Basis nur mit einem etwas größeren Kraftaufwand die Tischplatte berühren und die meiste Bewegung holt er dabei aus den ersten 4 Zentimetern über der Basis.

Fun Factory, Bouncer, SaugnapfDer Fuß der Fun-Factory-Dildos ist so konzipiert, dass er auf glatten Flächen haftet. Der Ausdruck „konzipiert“ ist beinahe schon ein bisschen hoch gegriffen, denn der sehr flache Saugnapf scheint mir eher ein Nebenprodukt der Herstellung zu sein als dass wirklich dezidiert Wert darauf gelegt würde. Das mit dem Haften klappt denn auch mal gut, mal weniger gut: Mein Boss Stub z.B. hält bombenfest – der Bouncer so gut wie gar nicht. Allzu nachgiebig und empfindlich ist der hauchdünne Rand, der die Basis begrenzt, so dass er bei meinem Exemplar den nötigen Unterdruck nicht lange halten kann.2

Ansonsten ist die Verarbeitung des Bouncers einwandfrei: eine gleichmäßige Oberfläche keine störenden Nähte. Er wiegt ca. 270 g, ist also trotz der Gewichte in den Hohlkugeln nicht allzu schwer, etwa genauso schwer wie der etwas größere, massive Boss Stub.

Erfahrungen mit den Fun Factory Bouncer
Die Form

Fun Factory, Bouncer, testDie Form des Bouncers fand ich, als ich den Dildo das erste Mal sah, nicht allzu vielversprechend: Keine ausgeprägte Kurve, keine prominente Eichel, nicht einmal die Umfangsdifferenz zwischen den schmalen und dicken Stellen ist sonderlich groß.
Immerhin ist die Größe gut ausfüllend, ohne jedoch gleich überwältigend zu sein (was gut ist!, finde ich). Ich kann den Bouncer mit etwas Vorsicht und ausreichend Gleitgel auch schon sehr gut zum Anfang des Spiels einführen. Die leichten Wellen und die sanfte Kurve fühlen sich insgesamt sehr angenehm an, und bergen wohl kaum Gefahr, dass irgendwer den Bouncer irgendwo als schmerzhaft empfinden wird, egal, wie wild es zugeht.3 Ein sehr risikoarmer Dildo ist er also auf jeden Fall. Das ist zum einen eine gute Nachricht, aber ein bisschen bringt sie auch die Befürchtung mit sich, dass auf den Bouncer, was die Form angeht, das berühmte „No risk, no fun“ zutreffen könnte.

Dennoch: Es macht mir Spaß, damit zu spielen, denn Umfang und Länge gleichen größtenteils aus, was die Form vermissen lässt. Von der etwas zu zaghaften Kurve und Eichel spüre ich am G-Punkt kaum etwas, solange ich den Dildo nicht ziemlich weit nach hinten neige. Erst später, bei fortgeschrittenem Spiel, wenn alles schon gut aufgepolstert ist, kommt am G-Punkt etwas mehr an.
Aber in einer Hinsicht war ich doch positiv überrascht, und zwar darüber, wie sich die mittlere Verdickung, auf der Rückseite des Dildos ausmacht. Die massiert bei mir unaufdringlich, aber dennoch gut spürbar erektile Gewebe über dem Perineum.4 Das, in Verbindung mit der leichten Umfangsschwankung und der stattlichen Länge des Dildos, der – ebenfalls sanft, aber irgendwie geil – die Tiefen der Vagina anrührt, ist das, was ich am Bouncer am meisten schätze. Kurz: es macht mir sehr viel Spaß, mit ihm zu ficken. Nur um ausschließlich mit ihm zum Ende zu kommen, fehlt mir i.d.R. der letzte kleine Schliff an der Form. Aber mit zusätzlicher klitoraler Stimulation läuft es meist ganz gut.

So weit, so gut. Aber was Euch unter den Nägeln brennt, ist sicherlich die Frage:

Was ist denn nun mit dem Bounce-Effekt?

Fun Factory, Bouncer, Stub, TestberichtAch, wenn ich das so genau wüßte! Ich weiß es wirklich nicht!!! Und ich tendiere zu der Auffassung, dass mir, würde ich mich allein auf meine Vagina reduzieren, das Klappern nicht allzu sehr fehlen würde. Allerdings ist es schwer, das zu überprüfen. Denn erstens kann ich mich per se nicht auf meine Vagina reduzieren und zweitens gibt es ein Problem mit meinen Händen: Ich kann nämlich kaum auseinanderhalten, ob es nun in meiner Hand oder in meiner Pussy so eindrucksvoll klappert und „schwingt“. Außerdem mag ich das Geräusch total gern, und so ein bisschen Synästhesist bin ich wohl auch, so dass Letzteres in das, was ich fühle mit einfließt.
In dieser Zwickmühle bat ich meine Freundin, mich mit dem Bouncer5 zu bearbeiten, um meine Hände aus dem Spiel zu haben und die Ohren zuzuhalten. Das, was ich dabei von den Schwingungen spürte, war, wie ich es auch von Liebeskugeln kenne, nett und angenehm, aber nicht sonderlich aufregend. Ich spürte also zwar die Bewegungen der Kugeln sehr gut, vor allem im vorderen Bereich der Vagina, aber sie trugen m.E. nichts Nennenswertes zur Steigerung der Erregung bei. Aber ich spreche, was die Erregung angeht, in der Vagina erfahrungsgemäß vor allem auf Druck und “Massagen” an, weniger gut auf Vibrationen.

Was vielleicht den Eindruck erzeugt, das Gebounce würde einen wesentlichen Beitrag dazu liefern, ist, dass man den Dildo schon ziemlich heftig bewegen muss, damit die Schwingungen eine Intensität erreichen, die neben den ganzen anderen Empfindungen 6gut spürbar ist. Insofern man dann heftiger fickt, damit es mehr bounct, ist es natürlich mit Gebounce erregender als ohne.

Hieraus wird bestimmt leicht ersichtlich, dass es im Hinblick auf den Bounce-Effekt keine allzu gute Idee ist, den Dildo irgendwo anzustöpseln und sich selbst darauf zu bewegen. Nicht, dass dann gar nichts mehr passiert, aber es ist doch deutlich weniger.

Betrachte ich das Bouncen als überflüssig?

Fun Factory, Bouncer, testberichtNein, keineswegs! Für mich selbst nicht und natürlich erst recht nicht für Leute, die das Klappern an Smart- oder B-Balls an sich schon erregend finden. Ich mag das satte, grummelige Geräusch und das Gefühl, das die schweren Kugeln in meiner Hand und in der Vagina erzeugen. Es fühlt und hört sich insgesamt sehr gut an, und da ist es mir beinahe wurscht, was davon nun wirklich direkten Einfluss auf die Erregungskurve hat. Allein schon dass ein Dildo mit so einem zufrieden-tiefen Grummeln – ja ich möchte fast sagen: Schnurren – auf meine Bewegungen reagiert, finde ich irgendwie sexy.

Der Bouncer ist also ein wahrhaft interaktiver Dildo! Ich treibe ihn an – und er hält mich auf Trab. Denn das fand ich tatsächlich überraschend: dass vor allem um des gleichmäßig kräftigen Grummelns willen in mir eine Lust zur vermehrten Aktion aufsteigt. Und ein bisschen stellt sich das Gefühl ein, ich würde mich gar nicht direkt mit einem Dildo ficken, sondern nur in der Art eines Galeerentrommlers den Rhythmus erzeugen, in dem der Dildo dann seinerseits zufrieden beschwingt und aus seinen Tiefen hinaufschnurrend seine Arbeit in mir verrichtet.

Der Fun Factory Bouncer in Kürze
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Pro: Den meisten Spaß mit dem Bouncer haben wird, wer das Geklapper von Liebeskugeln oder Plugs auch sonst schon erregend findet. Aber auch abgesehen davon entfaltet das Bouncen einen ganz besonderen akustischen, haptischen und ‘innerlichen’ Reiz und macht den Dildo “interaktiv” und einzigartig. Die Statur ist ein wenig üppiger als der Durchschnitt, dafür ist die Form eher sanft stimulierend und birgt auch bei stürmischerem Spiel wohl keinerlei böse Überraschungen. Anal- und Harness-geeignet.

Contra: Wer einen „Vibrator ohne Motor“ sucht, sollte besser weitersuchen, denn diese Hoffnung kann der Bouncer m.E. nicht erfüllen. Die Form dürfte für meine Bedürfnisse gern etwas aufregender und G-Punkt-affiner sein. Saugnapf meines Bouncers hält fast gar nicht (Alternative: Doppelsaugnapf). Im Gegensatz zu anderen FF-Dildos recht teuer – insofern und auch, was die Größe angeht, würde ich ihn Anfängern nicht empfehlen.

Maße: Länge: 18 cm; davon einführbar: ca. 16,5 cm; Durchmesser: 3.3-4 cm; Basis: ca. 7,5 cm, Höhe der Eichel: ca. 4,5 cm

Material: staubverliebtes, relativ festes und bestes Silikon

Gleitgel: auf Wasserbasis

Fun Factory, Bouncer, VerpackungReinigung und Pflege: Waschen mit warmem Wasser und Seife oder Spüli, Aufbewahrung: ich empfehle eine Plastiktüte zum Schutz vor Staub; Desinfektion mit Toycleaner.

Verpackung: dezenter metallic hellbrauner Pappkarton mit rotem Innenleben in einem Pappschuber mit Produktbild

Farboptionen: Rot, Rosa, Schwarz

Vielen Dank, Fun Factory für den Bouncer! – Und überhaupt dafür dass Ihr schon so viele tolle Dildos gemacht habt  – Weiter so und MEHR DAVON!!!   :O)

  1. Bei Liebeskugeln sollen die Schwingungen die unbewusste Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur bewirken. Meine Frauenärztin bestätigte mich allerdings in der Annahme, dass das Klappern in dieser Hinsicht einen allenfalls marginalen Effekt habe. Sie hielte die Kugeln aber dennoch für sinnvoll, da das Klappern helfe, ein Gespür für diese zumeist recht unbekannte Körperregion zu entwickeln. Der Trainingseffekt komme dann aber erst durch das gezielte Anspannen des Beckenbodens zustande – sei es, um die Kugeln halten oder besser spüren zu können.  Zurück zum Text
  2. Da viele Dildos aber von vornherein gleich ganz ohne Saugvorrichtung daherkommen, sollten Spielkinder, die gern Duschwand- oder sonstwie freihändig Sex damit haben wollen, ohnehin einen Doppelsaugnapf bereithalten. Diese halten auf der glatten Bouncer-Unterseite ganz prima.  Zurück zum Text
  3. vorausgesetzt, die Größe wird insgesamt gut vertragen  Zurück zum Text
  4. Von Leuten, die auf Punkte stehen „PS-Spot“ genannt, wobei PS für „perinealer Schwamm“ steht  Zurück zum Text
  5. einmal im Joque, einmal in der Hand – beides prima!  Zurück zum Text
  6. Dehnung des Scheideneingangs, Reibung des Silikons, Stimulation erogener Zonen durch die Wölbungen  Zurück zum Text

3 Gedanken zu „Fun Factory – Bouncer / Testbericht

  1. Moin,

    also der Bouncer ist meiner Meinung nach sein Geld wert. Gerade als Mann habe ich mich sehr über die Kugeln gefreut. Auch wenn die Stimulation der Kugeln nicht so übermäßig stark ist, geben sie mir doch eine sehr anregende zusätzliche Stimulation gerade wenn es heftiger wird.

    Der Saugnapf an meinem Bouncer kennt alle Varianten von locker bis Bombenfest. Würde mich generell mehr über vernünftige Saugnäpfe bei Silikontoys freuen.

    Lieben Dank Peitho für deinen Testbericht und den Link mit den kleinen Saugnäpfen, die werden gleich bestellt!

  2. Hi !

    Danke für den Test. Als Mann habe ich nur eine Möglichkeit und da denke ich, dass die Kugeln mir nichts bringen.

    Das mit der nicht halten wollenden Basis kenne ich vom Boss Stub. Auf einem Bild zeigst Du kleine Saugnäpfe. Wäre um eine Tip zu diesen dankbar.

    1. Ich finde ja, dass sich Kugeln im Hintern intensiver anfühlen als in der Vagina, z.B. spüre ich die B Balls deutlicher als Liebeskugeln. Insofern könnte der Bouncer vielleicht anal angewendet einen Versuch wert sein. Aber das wirst Du sicher am besten einschätzen können.

      Woher ich die Doppelsaugnäpfe habe, weiß ich nicht mehr genau, wahrscheinlich war es diese Seite: http://www.saugnaepfe-online.de
      Auf jeden Fall bekommt man sie im Aquarienfachhandel.

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