Lelo, Ella, G-Punkt, Dildo, Silikon, Testbericht

Lelo – Ella / Testbericht

Der Ella von Lelo ist das Spielzeug, das mir sofort einfällt, wenn es darum geht, einer Frau ihren ersten Dildo zu empfehlen oder zu schenken. Das hat gute Gründe. Der wichtigste ist natürlich, daß er großartig ist. Weshalb – dazu gleich ausführlicher.

Ein weiterer gewichtiger Grund ist, daß er sehr elegant aussieht. Das macht was her. Erst recht in der für Lelo typischen schwarz-edlen Verpackung, die mich immer ein wenig an den geheimnisvollen Monolithen in 2001-A Space Odyssey (ab ca. 3:10) erinnert. Ich denke, das senkt für die Eine oder Andere die Hemmschwelle, so etwas ja manchmal noch als anrüchig Betrachtetes wie ein Sexspielzeug an sich heranzulassen.

Was ihn sonst noch als Anfängertoy auszeichnet ist, daß er schmal und sehr schlicht geformt ist – mithin für kaum jemanden böse Überraschungen bergen dürfte. Trotz aller Schlichtheit ist er mit durchaus wirksamen Features ausgestattet und zudem beidseitig verwendbar, und daher für vielfältige Erkundungen des eigenen Körpers prima geeignet.

Ellas Schwanzende

Ella von Lelo, Ansicht von obenWill ich beim Spielen den Dildo noch bequem greifen, kann ich jedes Ende etwa 13 cm einführen. Je nachdem, wie feucht man schon ist, kann aufgrund der mattierten Oberfläche mehr oder weniger Gleitgel sinnvoll oder gar erforderlich sein.

Der Durchschnitt des längeren, stromlinienförmigen Endes beträgt an der dicksten Stelle etwa 3 cm. Dadurch, daß es sich zu beiden Seiten hin deutlich verjüngt, läßt es sich sehr leicht einführen und bewirkt beim Ficken1 durch die Dehnung und Entspannung des Scheideneinganges eine intensive Stimulation.

Durch die Wölbung auf der Oberseite, die etwas stärker ausgeprägt ist als die der Unterseite (der Querschnitt des Schaftes ist nicht rund, sondern eher gedrungen eiförmig) wird der berühmte G-Punkt je nach Einführwinkel und Druck mehr oder minder intensiv massiert, und die Spitze trifft in der Tiefe meiner Vagina offenbar eine interessante Stelle, was sich sehr süß und erregend anfühlt. Denke, das ist der nicht ganz so berühmte A-Punkt, der kurz vor dem Muttermund in der vorderen Scheidenwand liegen soll.

Aber in solche Tiefen vorzudringen kann auch heikel sein und ist Sache der Empfindlichkeit und der Anatomie und sogar des Zyklus’ jeder einzelnen Frau, weil die Spitze u.U. auch etwas unangenehm den Muttermund pieksen kann; vor allem am Anfang der Erregung, wenn dieser noch recht tief liegt.

Ellas Kopfende

So nett das alles auch ist – das eigentlich Großartige und Außergewöhnliche am Ella ist das Kopfende mit der ovalen Fläche (2,5 x 4 cm) und der Nase, die sofort nach dem Einführen keck gegen den G-Punkt drückt. Bin ich gut erregt und entsprechend weich und feucht, läßt es sich ohne Probleme einführen. Ansonsten nehme ich ein bißchen (mehr) Gleitgel und drehe den Dildo ein wenig, so daß die Nase beim Einführen schmerzlos am Schambein vorbeikommt.

Meine zwei Arten der Stimulation

lelo Ella - Ansicht von obenIst er einmal installiert, hat man im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: einmal das ganz klassische Rein-Raus, was sich großartig anfühlt, wie ich finde. Damit massiert man mit der Nase die Scheidenvorderwand, was sich natürlich besonders auf den G-Punkt auswirkt. Bei einigen festen G-Punkt-Dildos oder auch bei strukturierten Dildos habe ich manchmal das Problem, daß es brennt und ein wenig sticht, wenn ich von innen gegen das Schambein ziehe. Vermute, ich drücke dabei auf die Harnröhre. Beim Ella tritt dieses Problem nicht auf – sofern man nicht allzu brutal herumrackert, was sowohl an der leichten Flexibilität des Halses als auch an dem fließenden Übergang vom Hals zur Nase liegt. Das Einzige, was ich mir dabei manchmal wünsche ist, daß er ein paar Zentimeter länger wäre, weil ich nach und nach doch ziemlich tief hinein muß um noch an meinen mutmaßlichen A-Punkt zu kommen, denn die Vagina weitet sich ja nicht nur mit zunehmender Erregung, sondern verlängert sich auch. Dann läßt sich das Äußerste des spitzen Endes manchmal nicht mehr so richtig gut greifen. Aber wenn man vornehmlich isoliert den G-Punkt stimulieren will, muß man ja nicht sooo tief hinein.

Die andere Möglichkeit, den G-Punkt zu stimulieren, ist die “Blümchenvariante” – so nenne ich sie, weil sie sehr brav und irgendwie so gar nicht nach Sex aussieht: den Kopf des Ella drücke ich dabei mit der ovalen Fläche ruhig und stetig immer und immer wieder gegen den G-Punkt. Hierbei ist es nun etwas nachteilig, daß der Dildo etwas flexibel ist, denn dadurch wird der Druck ein wenig abgemildert. Aber es lohnt sich, etwas Geduld zu haben. Ich komme so meist zu einem langsam sich aufbauenden und sich lange entladenden fluffig-entspannenden Orgasmus. Auf diese Weise habe ich auch meinen ersten Orgasmus mit dem Ella gehabt und ich liebe ihn seitdem heiß und innig. Und: er ist mein liebstes Reisetoy, denn er ist leicht, klein und sieht nicht zu sehr nach Dildo aus. Zu Hause verwende ich ihn zwar wegen der vielen Alternativen nicht mehr allzu oft, aber fast immer wenn wir in der Fremde sind, verliebe ich mich neu in ihn. Und dann denke ich immer diesen unsäglich-monogamieträchtigen Quatsch: “Eigentlich bräuchte ich gar keine anderen Toys.”

Der Lelo Ella in Kürze 

Lelo, Ella, Ansicht von der SeiteEin Basic für jede Spielzeugkiste. Finde ich. Besonders gut geeignet für G-Punkt-Entdeckerinnen.

Pro: vielseitig und effektiv   –   für Anfänger ebenso wie für “Kenner” geeignet

Contra: Oberfläche ist mittelmäßig reibungsintensiv (was aber nicht nur negativ ist!) und erfordert oftmals Gleitgel; der völlig unnötigerweise tief eingravierte Lelo-Schriftzug erfordert beim Waschen zusätzlich eine weiche Bürste.

Länge: 18 cm;  davon einführbar: je Seite ca. 13 cm

Durchmesser: min: 1,5 x 2 cm   –   max. 3 cm

Material: sehr hartes Silikon

Gleitgel: wasserbasiert

Reinigung  und Pflege: Reinigung mit warmem Wasser, Seife oder Spüli und weicher Bürste; Desinfektion mit Toycleaner oder durch 3-4 min. Kochen

Verpackung: Schwarz, dezent und edel (Schleife drum und fertig ist das Geschenk!)   –   inkl. Satin-Beutelchen.

Farboptionen: schwarz, weiß, pink-lila

Ellas Verwandte

Es gibt von Lelo einen Vibrator namens Gigi. Den hatte ich auch mal. Hübsch aber blöd. Der Kopf erinnert entfernt an den Ella, ist aber für meine Bedürfnisse viel zu wenig ausgeformt um anständig zu stimulieren und insgesamt ist mir das Toy viel zu kurz, um es effektiv bewegen zu können. Er läßt sich besch… greifen, weil sich auf dem ohnehin schon recht kurzem Griff auch noch die Bedienung und im Verlauf des Spiels einiges an Gleitgel und/oder Sekret befindet. Die Vibration ist nett, aber hat mir am G-Punkt nichts und auf meiner heiklen Klitoris nur geringfügig mehr gebracht. Inzwischen gibt es den Gigi 2, und der soll nicht wesentlich besser sein. Wenn es anständig vibrieren und bequem zu greifen sein soll, empfehle ich den Mona 2. Der hat ziemlich kräftig-rumplige Vibrationen und eignet sich der Form nach sehr gut als G-Punkt-Dildo/Vibrator.

Ein anderer Vibrator, der im Gegensatz zum Gigi über Ellas vorzügliche Kopfform verfügt, ist der batteriebetriebene Moka von Picobong (das ist die betont “jugendliche” Linie aus dem Hause Lelo). Die Vibrationen finde ich nicht allzu überzeugend. Aber die Form ist ja großartig, und dann auch noch in Verbindung mit der Festigkeit, denn der Moka ist im Gegensatz zum Ella aus vollkommen starrem ABS und nur mit einer dünnen Silikon-Hülle überzogen. Ich bin ziemlich abgetörnt von Picobongs billig verarbeitetem Plastik2 und den relativ feinschlägigen Vibrationen, die meine sensiblen Nerven betäuben, aber den Moka würde ich wohl wegen Form und Festigkeit nicht von der Bettkante stoßen.  > (Update: habe ihn mittlerweile gekauft, getestet, genossen und rezensiert, der obige Link führt Euch nun zu meinem Testbericht)

  1. Was kann man denn bitte noch zu der Rein-Raus-Bewegung sagen? Helft mir! “Stoßen” klingt mir zu sehr nach Nadine Kleinert, und scheint mir schlecht zu diesem zierlichen Spielzeug zu passen. “Rein-Raus” klingt, wenn man es zu oft verwendet, als sagte man “Liebe machen”, wo man “Sex” meint. Also: falls jemand einen weniger irritierenden, aber ebenso treffenden Ausdruck weiß, der informiere mich bitte. Will ja hier nicht in den Ruf einer obszönen Plappertasche geraten… allerdings muß ich zugeben: ich mag das Wort, halbwegs sachlich und nüchtern angewandt, sehr gern.  Zurück zum Text
  2. Ich hatte mal einen Vibi namens Tano, der nicht sauber schloß und am Plastik überall spürbare Nähte und Grate aufwies – und das bei einem Analspielzeug!  Zurück zum Text

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