Lelo, Ina Wave, Testbericht

Lelo – Ina Wave / Testbericht

Zum Ende des letzten Jahres hat Lelo zwei neue Modelle auf den Markt gebracht: Die G-Punkt-Vibratoren Mona Wave und Ina Wave – und damit die mit einer Winke-Funktion ausgestatteten Pendants zu Lelos Mona 2 und zu dem Rabbit-Vibrator Ina 2.

Allgemeines

Diese beiden ca. 20 cm langen Spielzeuge sind wunderschön geschwungene G-Punkt-Vibratoren, deren Corpus aus festem ABS-Kunststoff besteht, der mit einer dünnen Schicht aus körperfreundlichem Silikon überzogen ist.

Lelo, Ina Wave, TestberichtDer Ina Wave hat einen größeren einführbaren Anteil, der vor allem aus einem etwa 8 cm langen stromlinienförmigen und appetitlich gewölbten Kopf mit einem moderaten Durchmesser von max. 3,5 cm besteht. Darunter schließt sich ein ca. 4 cm langer schmaler Hals an, woran ein 5 cm langer Finger sitzt, der wie auch der Kopf des Ina Wave mit einem Vibrator ausgestattet ist.
Weil dieses Fingerchen ausreichend flexibel am Ina Wave angebracht ist, passt sich der Winkel zwischen den beiden Anteilen des Vibrators bei mir ganz bequem dem individuellen Winkel zwischen Vagina und Vulva/Schambein an. Ich erinnere mich noch gut meiner Erfahrungen mit Lelos Ina der ersten Generation: als hätte ich eine Hummerschere im Schoß! Das war selbst mir zu viel, obwohl ich es gern etwas fester mag. Beim Ina Wave finde ich den Druck des Fingers auf die Vulva sehr angenehm. Frauen, die eher leichten Druck bevorzugen, könnte er aber immer noch zu fest sein.

30° (?) WaveMotion

Bislang habe ich kaum etwas gesagt, was man nicht auch über den Ina 2 sagen könnte, das Parallel-Modell zum Ina Wave und ich höre die Kenner schon beinahe gähnen.

Aber nun kommt‘s!

Lelo Ina Wave, TestberichtAuch wenn Ina Wave und der Mona Wave auf den ersten Blick genauso aussehen wie Ina 2 und Mona 2 verfügen sie doch, wie ich oben schon erwähnte, neben der Vibration über eine brandneue Technologie, die den einführbaren Arm bewegt – jedoch nicht durch Drehung des Schaftes, wie es bei vielen herkömmlichen Rabbit-Vibratoren der Fall ist. Die Waves hingegen vollführen eine Beugung des Schaftes von (allerhöchstens!) 20°. Mir leuchtet deshalb nicht ganz ein, warum das Ganze „30° WaveMotion“ genannt wird, aber wie dem auch sei: Der Kopf neigt sich vor und dann wieder zurück in die Ausgangsposition, und „WaveMotion” heißt das, so habe ich es mir zusammengereimt, sicherlich deshalb, weil es sich auch als Winken interpretieren lässt.

Die WaveMotion soll die Komm-her-Bewegung imitieren, mit der geübte Liebhaber/innen zuweilen den G-Punkt der Liebsten massieren. Wie auch andere Formen der Mimikry im Bereich Sexspielzeug, scheitert der Ina Wave an dem hehren Anspruch, Körperteile und Fähigkeiten eines Liebhabers lebensecht zu imitieren. Das bedeutet in diesem Fall jedoch nicht, dass das Ergebnis schlecht ist – nein! es fühlt sich zwar anders an, aber dennoch sehr gut, finde ich.  Ich denke, das liegt daran, dass man, anders als mit Fingern, einen ziemlich großflächigen und gut gewölbten G-Punkt-Kontakt herstellen kann – und das bei gleichzeitiger Entspanntheit des Scheideneingangs, was ich ja liebe!

Allerdings kann man mit den Wave-Vibratoren keinen allzu großen Druck ausüben, denn die Bewegung beginnt dann, sich ein wenig zu verlangsamen und es “gnubscht” leise im Gelenk. Das hört sich nicht gesund an, und so sollte, wer es am G-Punkt härter braucht, lieber zu Anderem greifen.

Ich spüre, wenn ich den Vibrator außen gut festhalte, einen angenehmen und durchaus erregenden Druck am G-Punkt, der aber schwächer ist als das, was ich sonst appliziere, wenn ich einen G-Punkt-Dildo benutze. Aber was der Ina Wave zunächst an Intensität vermissen lässt, macht er durch Ausdauer wett. Wenn ich den Ina Wave nicht festhalte, winkt der Griff zunächst aus meiner Vagina heraus und dann wird er wegen des Gegendrucks des Klitorisärmchens in Richtung Schambein gezogen, was mir sehr unangenehm ist. Ich muss den Ina Wave also immer auch ein wenig hineindrücken, damit er bleibt, wo er ist.

Bedienung, Programme u.a. Technisches

Lelo, Ina Wave, Bedienung, WaveMotionIm Zuge der Funktionsveränderung vom Ina 2 zum Ina Wave musste natürlich auch die Bedienoberfläche angepasst werden. Und so gibt es hier zusätzlich zum Lelo-typischen Steuerkreuz mit den vier Tasten (+ und – sowie < und >) eine weitere Taste zum Ein- und Ausschalten in der Mitte des Kreuzes.
Die Bedienung ist einfach und komfortabel und der Griff bietet genug Platz zum Halten abseits der Bedienung. Der Silikonüberzug am Griff ist ebenfalls neu und erhöht den Komfort. Man kann mittels Pfeiltasten aus 10 Wave-Vibrations-Kombinationen wählen. Die Intensität der Vibration kann man mit den Plus/Minus-Tasten für jede einzelne Kombination den eigenen Bedürfnissen anpassen.

Lelo, Ina Wave, Programme Der Vollständigkeit halber habe ich die Vibrationen mal aufgelistet, und weil ich keine Ahnung habe, wie man hier eine Tabelle reinbastelt, müsst Ihr mit nebenstehendem Foto Vorlieb nehmen. Meine Lieblingskombis sind Nr. 3 und Nr. 7. Der Ina Wave merkt sich das zuletzt gewählte Programm mitsamt der Intensität und ruft diese Kombination beim nächsten Gebrauch wieder auf. Wenn man ein Lieblingsprogramm hat, muss man es also nicht jedes Mal neu einstellen.

Auch in anderer Hinsicht bietet der Ina Wave das, was man von einem hochpreisigen Luxus-Toy erwartet: Er verfügt über einen ausdauernden Akku, der in zwei Stunden auf unkomplizierte Weise mit dem beiliegenden Ladegerät vollständig geladen werden kann, er ist bis zu einer Tiefe von einem Meter absolut wasserdicht und verfügt über eine Tastensperre.

Kritik

Aber leider kann ich nicht nur Gutes über den Ina Wave sagen und habe ganze drei Hühnchen mit ihm zu rupfen: ein langes, ein schwaches und ein lautes.

Lelo, Ina Wave, TestberichtDas Klitorisfingerchen ist mir viiiiel zu lang, so dass die ohnehin schon nicht sonderlich beeindruckende Vibration bei mir kaum dort ankommt, wo sie hinsoll – sondern hauptsächlich meinen Schamhaaransatz durchrüttelt. Ein wenig kommt meine Klitoris zwar auf der Länge des Fingerchens in Kontakt damit, aber das Zentrum der Vibration ist nun mal ca. einen Zentimeter unterhalb der Spitze und trifft nur ausnahmsweise mal den allerobersten Anteil des Klitorisschaftes. Insofern ist der Ina Wave einfach kein Rabbit, der mir passt – wie übrigens viele Rabbits bei vielen Frauen nicht optimal passen – und ich benutze deshalb selten die Vibration im Fingerchen.

Mein zweites Problem – es klang bereits an – ist die Vibrationsstärke, und leider nicht nur die des zwar noch mittelstarken aber verhältnismäßig summsigen Klitorisvibrators. Vor allem hat mich der größere Vibrator enttäuscht. Ich besitze den sehr ähnlichen Mona 2 und halte ihn für einen hervorragenden Vibrator. Er hat zwar nicht die allerstärksten Vibrationen, aber er rumpelt dennoch so grob und schwer, dass sowohl meine heikle Klitoris bequem zufriedenzustellen ist als auch mein G-Punkt großen Gewinn daraus zieht. Die Vibrationen der Waves bleiben hinter den Vibrationen des Mona 2 deutlich zurück. Sie sind leichter und feinschlägiger – und mir leuchtet absolut nicht ein, warum Lelo hier keinen stärkeren Motor verbaut hat!!! Ich finde die Vibrationen des Mona und Ina Wave nicht nutzlos; sie setzen bei mir schon noch einen zusätzlichen Reiz am G-Punkt, aber ich bin Mona-2-verwöhnt (von Anderem gar nicht erst zu reden!) und daher enttäuscht – dafür ein großes „HUMPF!!!“

ZLelo, Ina Wave, Testberichtu guter Letzt ist das Ding bei eingeschalteter WaveMotion nicht nur ziemlich laut, sondern das Geräusch ist auch noch irre hässlich!!! Ein bisschen wie ein Fahrraddynamo, nur mehr roboterhaft, hoch sirrend, quengelnd und so gar nicht gemütlich. Diskret sind die Waves also auf keinen Fall und meine Freundin zeigte sich gleich dermaßen abgetörnt von dem Geräusch, dass sie keine Lust hatte, überhaupt einen Wave ohne Ohropax auszuprobieren. Abgesehen von diesen kleinen Helferlein mildert auch eine dicke Decke das Gequengel auf ein erträgliches Maß ab.

Weniger schlimm finde ich, dass die Wave-Frequenz nicht sonderlich hoch ist, obwohl ich auch hier Verbesserungspotential sehe. Es gibt nur zwei Geschwindigkeiten: „Langsam“ (57/min) und „Langsamer“ (47/min). Ich selbst mag die 57er, nutze jedoch die 47er wegen signifikant erhöhter Schnarchgefahr nur kurzzeitig, wenn überhaupt. Großartig fände ich, wenn man das Ganze stufenlos von, sagen wir mal, 50 bis 70 Waves pro Minute steigern könnte… Hach! Träum, träum…
Ach ja, und wenn der Ausschlag wirklich 30° betrüge, würde ich auch nicht meckern.

Dennoch bin ich angetan!

So wie er im 57er Takt gemütlich vor sich hin nickt, der Ina Wave, mag ich ihn nämlich sehr gern! Nur kann ich mir gut vorstellen, dass Damen, die weniger geduldig, aber ähnlich vibrationsresistent sind wie ich, damit nicht so recht auf ihre Kosten kommen. Denn der Ina Wave ist meiner Ansicht nach absolut kein Kandidat für die geile schnelle Nummer!1 Doch für diese Zwecke habe ich anderes, und so finde ich persönlich die Langsamkeit nicht allzu nachteilig. Im Gegenteil: ich mag es oft sehr gern, ein langes, breites Erregungsplateau sich erstrecken zu lassen, bevor ich dann zu einem zwar eher sanften, aber dafür langen und herzerfrischenden Orgasmus komme. Und dafür sind die Waves sehr gut geeignet!
Und vor allem eines, was im Eigenhandbetrieb meist schwierig ist, vollbringt der Ina Wave mit stoischer Ausdauer: Er hört nicht auf, während ich komme! Wenn ich selbst die Winkbewegung vollbringen muss, bin ich in solchen Momenten doch eher undiszipliniert. Der Ina Wave hingegen winkt und winkt weiter und weiter, vollkommen unbeeindruckt von meiner orgiastisch-orgasmischen Performance, und verlängert und intensiviert dadurch das Vergnügen.

Lelo, Ina Wave, Mona WaveAber das alles ist ohne den Ina-Wave-eigenen summsigen und langen Klitoris-Vibrator noch viel, viel netter! Ich bin im Großen und Ganzen ohnehin eine Verfechterin des Lieber-zwei-Toys-als-ein-Rabbit-Verfahrens, und so würde ich allen, die a) neugierig auf die WaveMotion sind, die b) ihren G-Punkt bereits gut kennen, die c) den Weg zum Orgasmus gern genussvoll ausdehnen und die – ja, auch das muss gesagt werden – d) gerade zu viel Geld übrig haben, eher zum Mona Wave raten.
Dieser, kombiniert mit einem Vibrator, Finger, Zünglein… an der Klitoris ist, wie ich finde, etwas sehr Feines und lässt sich beim Solospiel sogar freihändig benutzen.
Wie?
Das verrate ich in meinem Mona Wave-Testbericht.

Der Ina Wave von Lelo in Kürze

Ina Wave, Verpackung und AusstattungPro: Einem wird hier ein Großteil der Arbeit abgenommen  – die WaveMotion-Stimulation am G-Punkt ist mittelstark und ausdauernd, einfache, bequeme Bedienung, reisetauglich durch Tastensperre, wasserdicht, ausdauernder Akku.

Contra: Der Ina Wave ist ein Rabbit und daher gibt es immer das Risiko, dass er nicht an beiden Punkten gleichzeitig passt – der Klitorisarm ist mir viel zu lang und deshalb beinahe vollkommen nutzlos. Die WaveMotion klingt schrecklich und ist relativ laut. Die Vibrationen dürften gern deutlich stärker sein (mind. Mona-2-Niveau) und die WaveMotion ist bestimmt vielen zu langsam und nicht intensiv genug.

Länge: 20 cm, davon etwa 10 cm einführbar; Klitoris-Vibrator: 5 cm (Innenmaß),

Durchmesser: Einführbarer Teil: 2,2 – 3,5 cm; Klitoris-Fingerchen: max. 2 cm; Griff: max. 4,2 x 3.4 cm;

Material: ABS, Vollständig mit Silikon überzogen

Gleitgel: wasserbasiert

Reinigung und Pflege: Waschen mit warmem Wasser und Seife/Spüli; falls eine Rille zwischen Griff und Schaft vorhanden ist: evtl. mit weicher Bürste reinigen, Desinfizieren mit Toycleaner

Verpackung und Ausstattung: Der Ina Wave kommt in einer sehr schönen schwarzedlen Pappbox daher, mit Ladegerät, einem Gleitgelpröbchen, mehrsprachiger Gebrauchsanleitung, Garantiekarte und einem Satinbeutelchen zur Aufbewahrung.

Farboptionen: LEIDER, leider gibt es kein so schönes Grün und Orange wie beim Ina 2 – sniff! – sondern das Übliche: Pink, Lila und Blau

Alternativen von Lelo

Ina Wave und Alternativen von LeloWie im letzten Abschnitt des Testberichts gesagt: der Mona Wave gefällt mir wesentlich besser und kann mit einem Klitorisspielzeug der Wahl kombiniert werden.

Wer sagt: „Winken kann ich selber, aber vibrieren sollte es schon ordentlich!“, greife zum äußerlich nahezu identischen Mona 2, und damit zu einem Vibrator, den ich wirklich beinahe uneingeschränkt empfehlen kann – auch für die schnelle Nummer, denn man kann hier selber die Geschwindigkeit bestimmen.

Frauen ohne G-Punkt-Erfahrung, jedoch mit Lust darauf, empfehle ich den zierlichen und vollkommen unmotorisierten Dildo namens Ella und sage trotz aller zur Bequemlichkeit einladenden Technik: „Es lebe die Handarbeit!“

Vielen Dank an LELO, die mit Ihrer Ina Wave-Spende diesen Testbericht ermöglicht haben!

  1. Gritty Woman hat da beneidenswerter Weise anderes erlebt und berichtet, dass sie mit ihrem Ina Wave schnell und intensiv kommt. Hm… ich denke in dieser Hinsicht sind wir nicht vom selben Stern und so bleibt mir nichts übrig, als mich für sie zu freuen. Übrigens ist auch ihr der Klitoris-Teil zu lang.  Zurück zum Text

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