Lelo, Mona 2, Testbericht

Lelo – Mona 2 / Testbericht

Begeisterung herrscht im Toy-Blogger-Land. Lelos größerer ihrer zwei G-Punkt-Vibratoren,1 der Mona 2, wird von fast allen Bloggerinnen als das ultimative und vielseitigste vibrierende Etwas gehandelt, das es auf dem Markt gibt. Epiphora singt regelmäßig Hymnen, hat bereits für zwei Backups gesorgt und einen Kunstwettbewerb zum Thema veranstaltet … Queerashino Cherry hat ihm einen Liebesbrief geschrieben und einen Schrein gebastelt … viele, viele, und immer mehr Bloggerinnen stimmen ein … . Natürlich gibt es auch Leute, die durchaus angetan, aber nicht vollständig von den Socken sind. Aber selbst Dangerous Lilly spricht trotz tiefster Lelo-Resignation nicht schlecht von ihm … und dergleichen Kuriositäten mehr sind zu verzeichnen.

Aber was genau ist nun so toll an diesem Vibrator?

Beginnen wir mit dem Material…

Wie alle Vibratoren von Lelo besteht auch der Mona 2 aus einem starren ABS-Corpus, dessen einführbarer Teil mit einer dünnen Schicht relativ festen Silikons überzogen ist. Das heißt, er ist starr und hart – und damit genau so, wie ein G-Punkt-Vibrator m.E. zu sein hat, denn mein G-Punkt braucht Druck, und wenn Vibrationen ihm etwas geben sollen, dürfen sie nicht durch eine dicke Schicht weichen Silikons gedämpft werden.

Die Oberfläche des Silikons ist matt und fühlt sich glatt und seidig in der Hand an. Sie produziert auf der Vulva und evtl. auch in der Vagina trotzdem ein deutliches Maß an Reibung, weshalb ich immer Gleitgel mit dem Mona 2 zusammen verwende.

… fahren fort mit der Form …

Lelo, Mona 2, von untenDer Mona 2 ist 20 Zentimeter lang und am Griff etwa 4,2 cm breit. Er besitzt einen gebogenen ca. 13 cm langen einführbaren Teil mit einem etwa 8 cm langen Kopf, der stromlinienförmig ist, was das Einführen sehr einfach macht. Auch ansonsten ist er wundervoll ausgeprägt und dennoch mit einem max. Durchmesser von 3,5 cm nicht überdurchschnittlich groß. Der Kopf ist an den Seiten leicht abgeflacht ist und zur Oberseite hin läuft er etwas konisch zu – dadurch ist er etwas höher als breit und sein Querschnitt gleicht dem eines idealen Frühstückseis mit leicht spitzem Hütchen.

Die Form des Mona 2 ist damit vielseitiger als die der meisten anderen Vibratoren und bietet allein schon drei sehr unterschiedliche Applikationsvarianten auf der Vulva und speziell auf der Klitoris: kleinflächige Stimulation mit der Spitze, eine größere Auflage mit der Unterseite oder den Seitenflächen, und die schmal zulaufende Oberseite passt prima zwischen die Labien.

Lelo, Mona 2, DraufsichtDer Hals des Mona 2 ist mit minimal 2,2 cm wesentlich dünner als der Kopf – und sowas liebe ich ja! Dadurch erhält er eine aufregend-kurvige Form, die beim Ficken den vorderen Anteil der Vagina deutlich dehnt und dadurch die inneren Anteile der Klitoris wirksam stimuliert. Deshalb und wegen seiner deutlichen G-Punkt-Kurve ist der Mona 2 ein prima Dildo und auch ohne  Vibration sehr lecker!

Allerdings fiel mir anfangs eine wirklich druckvolle G-Punkt-Stimulation nicht ganz so leicht wie mit stärker ausgeformten Toys. Aber mit einer geringfügigen Anpassung des Neigungswinkels kann ich sie  dennoch bequem vollbringen. Dabei bietet der Griff genügend Platz abseits der Knöpfe, um bequem einen Hebel anzusetzen. Oft gehe ich mit dem Mona 2 aber auch gar nicht so gezielt ausschließlich auf den G-Punkt, sondern bewege ihn eher wippend rein und raus um das Schambein herum, oder ich ziehe ihn nur ein bisschen von innen in Richtung Scheideneingang – schon mit G-Punkt-Kontakt, aber nicht darauf fokussiert.

Lelo, Mona 2, HalbprofilIch mag es kaum sagen, weil das Wort im Deutschen oft so negativ konnotiert ist, ich aber etwas sehr Positives damit meine: der Mona 2 hält in allem was die Form bietet einen Durchschnitt und ist damit m.E. auch für “die durchnittliche Frau” perfekt. Die eher moderate Kurve und Größe des Mona 2 dürfte für die meisten Frauen also sehr gut und mit Gewinn konsumierbar sein. Die Form erfordert für manch Eine eventuell etwas Einübung, da der Mona 2 ihren G-Punkt vielleicht nicht so direkt und unentrinnbar trifft, wie manch Anderes. Dafür aber birgt sie andererseits selbst für Ungeübte so gut wie keine Gefahr, schmerzhaft das Schambein zu stoßen oder die Harnröhre zu quetschen, wie es mit pointierteren oder überhaupt stärker ausgeformten Spielzeugen sehr leicht passieren kann.

… und kommen über die Bedienung …

lelo, Mona 2, AkkuLelos einführbare Vibratoren und der Auflegevibrator Siri besitzen neben einem schnell aufladbaren und langlebigen Akku die m.E. am besten durchdachte Bedienung, die mir je untergekommen ist! Es gibt vier Tasten: zwei davon dienen zur Auswahl der Programme, wobei man sich vor- und rückwärts durch das Menü zappen kann. Zwei weitere Knöpfe dienen einerseits zum Ein- und Ausschalten sowie zum stufenlosen Erhöhen und Verringern der Vibrationsintensität und andererseits zum (De-)Aktivieren der Tastensperre.

Dieses Bedienkonzept bringt es mit sich – und das kenne ich bislang nur von Lelo – dass man für jedes einzelne Vibrationsprogramm, also auch für die Intervallprogramme, die Intensität individuell regeln kann.

Die 6 Programme sind:

Lelo, Mona 2, Bedienung1.) gleichmäßige Vibration; 2.) möööp-möööp-möööp… (also ein An/Aus-Programm);  3.) möp.möp.möp.möp…. (An/Aus mit höherer Frequenz); 4.) sanft ansteigende und plötzlich abfallende Vibrationsintensität ohne dass die Vibration völlig unterbrochen würde; 5.) wellenförmig an- und abfallende Intensität, ebenfalls ohne Schweigepause 6.) Vibration erhöht und verringert sich im Zufallsmodus (einzig hier ist keine individuelle Regelung der Intensität möglich)

… endlich zur Vibration …

Der Mona 2 ist ein verhältnismäßig starker Vibrator. Was die maximale Stärke der Vibration angeht, würde ich sie der “oberen Mittelschicht” oder “unteren Oberschicht” zuordnen. Die Vibration ist auf jeden Fall für mich stark genug, um mit Genuss und ohne mich konzentrieren zu müssen – also bequem und entspannt – über die Klitoris kommen zu können. Und wenn ein Vibrator das schafft, ist er etwas, das ich schon als kräftig klassifizieren würde, denn ich weiß aus Erfahrung, dass ich, obgleich ich nun nicht unbedingt eine Klitoris aus Stahl habe, stärkere Vibrationen brauche als die meisten Frauen.

Die Vibration hat aber nicht nur eine ordentliche Kraft, sondern auch eine sehr angenehme Qualität! Sie fühlt sich schwer und grob an, aber trotzdem sehr weich und rund. Das macht den Mona 2 auf den unteren Intensitätsstufen unglaublich sanft und schmeichelig auf der Vulva und drumherum. Erst auf den letzten beiden Intensitätsstufen2 wird die Vibration für meinen Geschmack etwas zu undifferenziert und geht ins Summsige über, weshalb ich die Kapazität meist nicht ganz ausreize.

Das Zentrum dieser wundervollen Vibrationen befindet sich im Kopf knapp unterhalb der Spitze, weshalb man sie am Scheideneingang so gut wie gar nicht spürt, wohl aber dort, wo es drauf ankommt. Deshalb liebe ich den Mona 2 am G-Punkt! Ja, ich liebe ihn, stellt Euch vor!!!! Selbst mir mäkeligem Wesen ist er nämlich nicht nur ein angenehmer – was allein schon viel ist!!! – sondern auch ein tatsächlich wirksamer G-Punkt-Vibrator. Letzteres ist bei mir wirklich ein gaaanz seltener Fall, und ich habe bislang gerade einmal eine Handvoll (wenn überhaupt) Vibratoren kennengelernt, worüber ich das vorbehaltlos sagen kann.

Empfehlung!

Lelo Mona 2, VibratorIch kann mich der eingangs dokumentierten Begeisterung also sowohl aus objektiven als auch aus rein subjektiven Gründen heraus anschließen,3 weshalb der Mona 2 der Vibrator ist, den ich mit auf die einsame Insel nehmen würde und den ich am meisten empfehle, wenn es darum geht, den ersten oder gar einzigen Vibrator zu kaufen. Oder dann, wenn es schlichtweg darum geht, einen vielseitigen, kräftigen, ausdauernden, leisen, Vibrator für G-Punkt-und-sonstige-Stimulation,4 zu finden, der wasserdicht und dank Tastensperre und beiliegendem Aufbewahrungsbeutelchen reisetauglich ist.

Kleine Unvollkommenheiten

Natürlich ist auch der Mona 2 nicht perfekt. Die Knöpfe verfärben sich mit der Zeit auf rätselhafte Weise von weiß in altweiß – hum, naja, weil der mit der Bezeichnung “altweiß” assoziierte Vintage-Touch ausbleibt, kann man auch ruhig “gelblich” oder “gräulich” dazu sagen.

Wenn er sehr langsam läuft, klappert der Vibrator im Kopf – nur leise, aber schon so deutlich, dass die Frage “Gehört das tatsächlich so?” aufkommt.

Beides finde ich nicht tragisch. Das einzige, was ich wirklich blöd finde, ist, dass der Übergang zwischen Silikon und ABS nicht nahtlos ist. Ich weiß, dass Lelo das im Prinzip schon kann, aber auf meinen Mona 2 wurde dieses Prinzip offenbar nicht angewendet5 Die Rille bei meinem Mona 2 ist zwar nur sehr schmal, aber ohne Bürste bekomme ich sie nicht sauber, was ich nun wirklich vermeidbar finde.

Der Lelo Mona 2 in Kürze

Lelo, Mona 2Pro: vielseitige, moderate und leicht einführbare Form, vielseitig ist auch die Auswahl der Vibrationseinstellungen (individuell für jedes einzelne Programm): sanft und weich für sehr Sensible, aber auch stark und rumpelig genug für alle, die es nicht gleich extrem stark brauchen, um glücklich zu werden. Die Vibration hat ihr Zentrum ganz deutlich im vorderen Teil des Kopfes – und somit am G-Punkt! Gute Bedienbarkeit, reisetauglich dank Tastensperre, wasserdicht, sehr guter Akku.

Contra: Verarbeitung ist nicht so einwandfrei, wie es bei Lelos Preisen und Renommee zu erwarten wäre: kleiner Spalt zwischen ABS und Silikon und dadurch ein vermeidbarer Mehraufwand beim Abwasch; leises Klappern des Motors bei niedriger Frequenz. Evtl. noch zu schwach, wenn man es wirklich seeeeehr stark braucht – aber das kann man letztlich von so gut wie jedem Vibrator sagen, der nicht gerade die Kraft eines Vibrationsstampfers hat.

Länge: 20 cm, davon etwa 13 cm einführbar

Durchmesser: Einführbarer Teil: 2,2 – 3,5 cm; Griff: max. 4,2 x 3.4 cm

Material: ABS, teilweise mit Silikonüberzug

Gleitgel: wasserbasiert

Reinigung und Pflege: Waschen mit warmem Wasser und Seife/Spüli, falls Eine Rille am Silikon-Rand vorhanden ist: evtl. mit weicher Bürste reinigen, Desinfizieren mit Toycleaner

Vibration: kräftig (7 aus 10 auf Dangerous Lillys Intensitätsskala) Stufenlos regulierbar, 6 Programme, deren Intensität, bis auf eines, individuell eingestellt werden kann.

Verpackung und Lieferumfang: Lelo hat die allerschönsten Verpackungen, die es für Sextoys nur geben kann. An anderer Stelle habe ich sie bereits mit dem perfekten Monolithen aus 2001-Odyssee im Weltraum verglichen: eine schlicht rechteckige, mattschwarze Kiste mit samtigem schwarzen Innenleben. Es gibt auch noch einen Pappkarton darum, auf dem das Produkt abgebildet ist, aber wenn Ihr ein Lelo-Spielzeug verschenken wollt: ersetzt diesen einfach durch eine schöne Schleife und ihr könnt Euch das Geschenkpapier sparen!

Anbei:  Ladegerät, Garantiekarte, Gleitgelpröbchen, Satinbeutelchen zur Aufbewahrung, mehrsprachige Gebrauchsanleitung

Farboptionen: Rot, Pink, Lila

Alternativen

Schwierig… alles, was ich zu nennen vermag, gefällt mir in einer bestimmten Hinsicht noch etwas besser als der Mona 2, kann aber dafür in mindestens zwei weiteren Hinsichten nicht mit ihm mithalten.

Jopen Key Comet 2, Lelo Mona 2, Swan Whooper SwanSo finde ich den Key Comet 2 von Jopen (links im Bild) und den Moka von PicoBong der Form nach noch besser zur gezielten G-Punkt-Stimulation geeignet, aber die Vibration ist mir zu schwach oder zu summsig. Der Whooper Swan (im Bild rechts) war der Vibrationsintensität nach bislang der beeindruckendste akkubetriebene Innen-Vibrator, den ich je erlebt habe. Aber er hat ein Klitorisärmchen, das nicht immer gewünscht ist und die Form ist weniger vielseitig. Außerdem verfügt er nicht über Vibrationsmodi.

Den Comet 2, Mona 2 und Whooper könnt ihr im Filmchen im Vergleich sehen, gewählt habe ich die jeweils höchste Intensitätsstufe. Ich gebe zu bedenken, dass der Whooper zwar tatsächlich deutlich stärker ist als der Mona 2, aber dank seines flexiblen “Stiels”, der den Ausschlag etwas vergrößert, noch eindrucksvoller erscheint als er ist. Der Comet 2 ist ebenso starr wie der Mona 2.

 

Ein anderer Dual-Stimulator, der mir natürlich sofort einfällt, ist der Ina 2 von Lelo – quasi ein Mona mit Klitorisarm. Aber ich persönlich würde lieber den Mona nehmen und zusätzlich den Tango oder Touch von We Vibe für die Klitoris.

Demnächst soll von Swan/BMS der Palm Power Recharge auf den Markt kommen, der Großes hoffen lässt, mal sehen, ob und wann ich mir den leiste und darüber berichte … Ich beobachte ja schon jeden Tag den Review von Dizzy Girl, die Bescheid sagen will, wenn er auf dem Markt ist – mal sehen, wann er es dann nach Europa schafft!

  1. der kleinere ist der niedliche Gigi 2, mit dem (nicht nur) ich nicht viel anfangen konnte und dem ich den Moka von Lelos Tocher-Marke PicoBong allemal vorziehen würde  Zurück zum Text
  2. obgleich der Mona 2 stufenlos regulierbar ist, konnte ich mit kurzem Drücken des +Knopfes insgesamt 11 Intensitätsstufen ausmachen  Zurück zum Text
  3. natürlich immer eingedenk, wie schwierig das Verhältnis von objektiv und subjektiv bisweilen sein kann, was der Philosoph unter den deutschen Fußballern, Erich Ribbeck, seinerzeit eindrucksvoll zu veranschaulichen wusste: “Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen der Spieler mit in meine objektiven einfließen lassen.” Diese und weitere Nachdenklichkeiten findet Ihr u.a. hier  Zurück zum Text
  4. a propos: ein Freund hat den Mona 2 einmal als Prostata-Vibrator benutzt, und war sehr begeistert. Ich halte den Mona 2 als Analspielzeug für geeignet, da der breite Griff unter der starken Verjüngung m.E. einen einen guten Reinflutsch-Schutz bietet. Wenn Ihr ihn nicht ausschließlich anal verwendet, solltet ihr bei analem Gebrauch ein trockenes(!!) Kondom darüberziehen, zumindest dann, wenn Euer Exemplar kleine Verarbeitungsmängel aufweist, wie es meines tut. Siehe “Kleine Unvollkommenheiten”  Zurück zum Text
  5. wie übrigens auch nicht auf den Siri, den ich mal besaß  Zurück zum Text

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