G-punkt-Aufsatz, Anal-Aufsatz Wand Vibratoren, Magic Wand

Vibratex: Wand-Massager-Aufsätze G-Spotter & Wonder Wand / Testbericht

oder: Intellektualisieren mit dem Magic Wand   

1. Lektion – Gestaltpsychologie: Sehen und Sehen-als

Hitachi Aufsatz, Anal-Aufsatz“Und ich muß zwischen dem ’stetigen Sehen’ eines Aspekts und dem ‘Aufleuchten’ eines Aspekts unterscheiden… Ich sehe zwei Bilder; in dem einen den Hasen-Enten-Kopf umgeben von Hasen, im andern von Enten… Folgt daraus, daß ich beide Male etwas andres sehe?” 1

Wer hier keinen oder nur einen Aspekt aufleuchten sieht, betrachte bitte folgende Bilder: In beiden Fällen sehen wir einen namenlosen Aufsatz für den Magic Wand. Aber einmal sehen wir ihn als Ente und ein andermal als Hase. Natürlich kann man auch sagen, man sehe einfach nur einen blauen Magic Wand -Vibrator-Dildo-Aufsatz worauf ein launenhaftes Wesen einen gelben Punkt geklebt hat. Aber auch mit dermaßen wenig Abstraktionsvermögen und kippfigurenkompatibler Phantasie kommt man nicht raus aus der Chose, denn dann sieht man das blaue Ding halt als Magic Wand -Aufsatz… mit gelbem Punkt.

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Warum poste ich solch einen Unsinn? (Unsinn zumindest im Rahmen eines Testberichts)

Nun, zum Einen, weil ich heute albern bin, zum Anderen weil es tatsächlich das Einzige ist, was ich mit diesem Ding da anzufangen weiß ohne mich zu langweilen. Ich vermute, meine Uninspiriertheit beim vaginalen Gebrauch deckt sich in etwa mit der des Designers beim Nachdenken über einen Aufsatz für den Magic Wand. Er hatte offensichtlich keinen guten Tag.

M.a.W. das Ding taugt nichts. Finde ich. Den ganz ähnlichen, jedoch stark gebogenen Aufsatz (irgendwo G-Tip genannt) finde ich viel besser, denn – um das Offensichtliche zu betonen – damit erreicht man immerhin bequem den G-Punkt (oder wahlweise die Prostata). Mit dem geraden Ding erreiche ich nichts außer Frustration und Taubheit.

Handhabung

Die Handhabung ist eigentlich ganz einfach: man stülpt die Kappen auf den Kopf des Magic Wand. Ich wage es nicht, die Aufsätze komplett über den Kopf des Hitachi zu ziehen, weil ich fürchte, sie nicht mehr herunter zu bekommen, da sie sehr steif und eng sind. Ich habe gelesen, man müsse, um sie wieder abzunehmen, den Kopf-Aufsatz des Magic Wand komplett entfernen. Das ist aber selbst schon dermaßen schwierig, daß ich keine Lust darauf habe. Ich habe sogar verlauten gehört, daß es beim Magic Wand von Hitachi/Vibratex im Gegensatz zu vielen anderen Massagestäben garnicht möglich ist, den Kopf nackig zu machen.

Die Aufsätze sitzen allerdings auch dann schon ziemlich fest, wenn ich sie nur bis zur Mitte des Kopfes aufdrücke, so daß der Rand der Kapsel in die Kopf-Äquator-Rille einrastet. Diese Anbringung hat nebenbei den großen Vorteil, daß dadurch eine größere Fläche an Aufsatz und Kopf entsteht, mit der ich nebenher bequem die Klitoris stimulieren kann. Denn trotz aller Vibration brauche ich rhythmischen Druck am G-Punkt – ich kann da nicht kommen, wenn es nur rappelt. Durch den mit dem Aufsatz um die Hälfte verlängerten Kopf kann ich bei dem zur G-punkt-Stimulation erforderlichen Gefuchtel (man hat immerhin über 30 cm Vibrator zu bewegen) noch gut Kontakt zur Klitoris halten.

Insgesamt scheinen mir diese Aufsätze keine Maßanfertigungen zu sein. So sitzt der gerade Wonder Wand Aufsatz viel lockerer als der gebogene und ich möchte nicht  meine Hand dafür ins Feuer legen, daß es sich bei zwei anderen Exemplaren nicht genau umgekehrt verhalten kann.

Material?

Was ich bisher nicht eruieren konnte, ist, aus welcher Art Kunststoff die Tips bestehen – überhaupt konnte ich wenig Informationen über die Aufsätze finden. Sie sind nahezu geruchlos, was schon mal gut ist, und ziemlich hart – auch gut, denn was hart ist kann logischerweise nicht allzu viele Weichmacher enthalten. Außerdem wird dadurch die Vibration, obwohl der Tip innen hohl ist, recht gut übertragen. Gaaanz sicher kann man natürlich trotzdem nicht sein. Auch in relativ festem Kunststoff können Bisphenol A, Phthalate oder sonstwas enthalten sein. Ich habe in einem Shop die Angabe “Vinyl” gefunden. Was auch immer das nun bedeutet – ich versuche, es herauszufinden.2

Sicherheitshalber würde ich die Aufsätze nicht kochen oder mit anderen Gleitmitteln außer wasserbasierten benutzen. Zum Reinigen nehme ich Wasser und Spüli und zum Desinfizieren würde ich Toycleaner empfehlen.

Fazit

Ich bin natürlich nicht sicher, aber ich kann mir vorstellen, daß es, was die Schadstoffbelastung angeht, relativ unbedenklich ist, die Sachen öfter mal zu benutzen und würde den G-Tip als Probier- und Einstiegsmodell in Sachen Wand-Aufsätze empfehlen, auch weil er vielerorts sehr günstig ist. Diejenigen Damen, die gewöhnlich mit vollkommen glatten, schlanken, superkurzen und kerzengeraden Dildos oder Vibis zum Höhepunkt kommen, könnten 1.) mir bitte verraten, wie sie das machen und 2.) auch Gefallen an dem geraden Aufsatz finden.

Die Maße beider Aufsätze:

Kapsel:  Höhe: 6 cm; Durchmesser: ca. 6,3 cm, Innendurchmesser des Randes: ca 5,3 cm

Einführbarer Teil: Durchmesser: 3 cm, Länge: ca. 9 cm

  1. Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen, In: Werkausgabe Band 1, Frankfurt/M. 1984, S. 520/1; L.W. hat natürlich keinen Wand-Aufsatz als Vorlage, sondern das Entenhase-Kippbild von Jastrow  Zurück zum Text
  2. edit. Notiz vom 12.08.2014: habe soeben auf der Vibratex-Homepage nicht nur die Namen der beiden Attachments eruieren können, sondern auch, dass es sich und “food grade vinyl” handle – ich betrachte das als gutes Zeichen  Zurück zum Text

Ein Gedanke zu „Vibratex: Wand-Massager-Aufsätze G-Spotter & Wonder Wand / Testbericht

  1. Hallo Peitho,

    unter Vinyl versteht man in der Regel PVC, was ausgeschrieben Poly-Vinyl-Chlorid bedeutet. Food Grade heißt dann in dem Zusammenhang das der verwendete Kunststoff eine FDA, also Lebensmittelzulassung bekommen hat, dass muss meiner Meinung nach aber kein Pluspunkt für das verwendete PVC sein, da in der Vergangenheit auch weichgemachte PVCs Lebensmittelzulassungen erhalten haben.
    Deswegen halte ich von allen Toys bei denen Vinyl angegeben ist die Finger davon, auch wenn sie verlockend aussehen.

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