OhMiBod, lovelife, Cuddle, Testbericht

OhMiBod – Lovelife Cuddle / Testbericht

OhMiBod verlässt mit der Lovelife-Serie seine angestammte Nische, ist doch die Marke bislang vor allem Leuten bekannt, die die Verbindung von Vibration und Musik schätzen – und daher eben auch die Music Vibes von OhMiBod, die mit einem mp3-Player verbunden werden können. Nun hat der Hersteller eine Reihe von gänzlich unmusikalischen Geräten auf den Markt gebracht, und dieser entstammt unser kleiner G-Punkt-Vibrator namens Cuddle.

Die Lovelife-Serie ist auf den ersten Blick für alle, die erwachsen sind oder sich doch zumindest ein wenig so fühlen wollen, sicherlich nicht sonderlich attraktiv: nicht nur, dass Pink die dominierende Farbe von allem ist, was diese Reihe beinhaltet.1 Das, was diese Serie darüber hinaus so außerordentlich girliehaft macht, ist vor allem der Umstand, dass neben dem Pink das -Thema dominiert:  auf der Packung, ♥ als Bedieneinheit, förmige Geräte und Features an den Geräten, diverse -Kombinationen werden durchgehalten bis in die filigranen Muster der Schachteln hinein und in den förmigen Durchbrüchen, die durch den Schuber einen Blick auf die Schachtel zulassen. Immerhin: die Aufmachung wirkt darüber hinaus sehr hochwertig und ist mit einer Schleife (am besten natürlich in Pink, was sonst?) statt Schuber absolut diskret und geschenktauglich. Wer glaubt, Sexspielzeug müsse nach holder Unschuld aussehen, ist hier also goldrichtig. Und wer auf  und Pink steht, sowieso.

Ich bin eigentlich zu cool für so einen Quatsch :O) Aber ich bin zugleich kitschresistent genug, um ohne Wenn und Aber sagen zu können: der Cuddle ist ein sehr guter Vibrator, und ich danke dem lieben T. von Lovehoney, dass er ihn mir geschickt hat. Das war ein sehr guter Griff!

Warum? Nun, vor allem aus einem Grund: Ich kenne nicht viele Vibratoren, die aus körperfreundlichen Materialien bestehen, akkubetrieben sind und auf (mich) befriedigende Art und Weise vibrieren, dabei G-Punkt-tauglich und ergonomisch geformt sind, eine Vielzahl an Kombinationen von Vibrationsprogrammen und -intensitäten bieten, nebenher noch in wertig erscheinender Verpackung daherkommen – und dennoch zu einem günstigen Preis zu haben sind.

Ihr ahnt es: genau so ein Vibrator ist der Cuddle.

Der Cuddle im Vergleich zu zwei Referenz-G-Punkt-Vibratoren

OhMiBod cuddle, lelo Mona 2Wenn es um G-Punkt-Vibratoren geht, werden zwei Modelle von Lelo immer gern als Referenz herangezogen: Gigi 2 und Mona 2. Beginnen wir den Vergleich mit dem Preis: Der Cuddle ist um ein Drittel günstiger als der Gigi 2 und nur halb so teuer wie der Mona 2. Gegenüber dem Gigi 2 hat der Cuddle in meinen Augen nur den einzigen gößeren Nachteil, nicht wasserdicht zu sein. Die großen Vorteile sind jedoch: eine stärkere Vibration, mehr einführbare Länge und eine, wie ich finde, schönere Form. Ich besitze nur den Mona 2, den Gigi habe ich vor längerer Zeit aussortiert. Die Vibration des Gigi und Gigi 2 entspricht aber ziemlich genau der des Mona/Ina Wave und des Picobong Moka.
Der Mona 2 ist freilich stärker als der Cuddle und bietet, wie auch der Gigi, eine größere Vielfalt an Vibrationsintensitäten und -modi, aber wem der Mona 2 noch etwas zu groß sein sollte – von zu teuer mal ganz abgesehen – für den/die ist der Cuddle eine sehr gute Wahl. Auch Arch Vixen siedelt den Cuddle der Form nach im Mittelfeld von Gigi 2 und Mona 2 an und zeigt in der unteren Hälfte ihres Reviews alle drei auf einem Foto. Hinsichtlich der Stärke und Schwere der Vibrationen liegt er meinem Gefühl nach ziemlich genau zwischen dem Gigi/Moka/Ina Wave und dem Mona 2.

Die Form

OhMiBod, lovelife, Cuddle, TestberichtIch mag die Form ganz außerordentlich gern! Generell gefallen mir moderate Umfangsschwankungen am Schaft von Vibratoren und Dildos und ich liebe es, wenn der Schaft im oberen Bereich dicker ist als zur Basis hin. So ist man in der Vagina ausgefüllt, – naja, „ausgefüllt“ passt bei dem Kleinen nicht so ganz, aber mir fällt gerade nichts besseres ein – während der Scheideneingang entspannt ist. Auch den gewölbten Schaft des Cuddle hinein- und hinausgleiten zu lassen ist sehr fein. Dass er mit seinem Durchmesser von max. 3,2 cm eher schmal ist, macht das Ficken auch schon am Anfang des Spiels sehr angenehm, und sanft gleitet der kleine Vibrator mit ein wenig wasserbasiertem Gleitgel dabei über das Schmabein und den G-Punkt hinweg.
Sanft – aber auch sehr wirksam! Dass der Cuddle so effektiv stimuliert, haben wir der kleinen Kante auf der Spitze zu verdanken, die zaghaft sowas wie einen Eichelrand andeutet. Diese Kante macht mich glücklich!! Der Cuddle wäre sicherlich auch nett ohne sie, aber mit ihr ist er nicht nur nett, sondern so effektiv, wie ich mir so ein kleines Spielzeug nur wünschen kann. Gleichzeitig ist diese kleine Erhöhung nicht so stark ausgeprägt, dass sie das Schambein irritiert. Das macht den Cuddle meines Erachtens auch zu einem prima Anfänger-Dildo/-Vibrator

Wenn mein G-Punkt gierig zu werden beginnt, konzentriere ich mich darauf, ihn gezielt mit alternierendem Druck zu bearbeiten. Dazu muss ich den Cuddle etwas weiter nach hinten neigen und mit den Fingern einen Hebel ansetzen, um mehr Druck auf die vordere Scheidenwand zu bringen. Hierbei wünschte ich manchmal, der Kleine wäre ein bisschen länger oder hätte zumindest einen längeren Griff, denn der wird dabei recht schnell glitschig und außerdem ist es leichter, den Hebel anzusetzen, wenn der Griff etwas länger und nicht so gnubbelig rund ist.

Die Vibration

OhMiBod, Lovelife, Cuddle, TestberichtErst in der letzten Phase schalte ich die Vibration hinzu. Die Form ist, wie gesagt, sehr schön, und verdient meiner Meinung nach, auch ohne rappelndes Beiwerk genossen zu werden. Außerdem ist die Vibration einerseits zwar recht stark, aber hat auf den oberen Levels eine deutliche Tendenz ins Summsig-Britzelige, was mich auf Dauer nerven und außerdem in recht kurzer Zeit zu Taubheit führen würde – ich mag meine erogenen Zonen doch lieber möglichst empfindlich. Das Zentrum des Gerappels liegt weit vorn im Kopf des Cuddle, vielleicht 2–3 cm unterhalb der Spitze – mithin da, wo es meiner Ansicht nach bei einem G-Punkt-Toy zu stecken hat (und wo es übrigens auch für die Klitorisstimulation gut zu gebrauchen ist).

Beim Cuddle ist das Spektrum der Vibrationsintensität nicht breit. M.E. hätten hier auch 4 statt der sechs Intensitätsstufen ausgereicht. Gleich auf der ersten Stufe legt der Motor schon ein ordentliches Tempo vor. Die Vibrationen sind dabei recht hart. Wer es sanft mag, wird hiermit also nicht so glücklich.

Ich schon! Nicht, dass ich es nicht auch sanft mag, aber dazu brauche ich keinen Vibrator, ein bisschen „teasing“ krieg ich auch noch allein ganz gut hin. Meine Klitoris spricht gut an auf die Vibration, die hart klopfend und auf den unteren 3-4 Intensitätsstufengerade noch grob genug ist, dass ich bequem und, wenn ich mag, recht schnell damit kommen kann. Noch lieber als auf der Klitoris mag ich die Vibrationen des Cuddle am G-Punkt. Wer mich kennt, weiß, dass so etwas bei mir nicht so leicht vorkommt. Sie tragen, klopfend wie sie sind, deutlich zur Erregung und zum Orgasmus bei.

Bedienung

OhMiBod, Cuddle, BedienungDer Cuddle hat drei Tasten, die in der Spitze und in den beiden „Kammern“ des Bedienungs--Herzchens verortet sind: eine davon ist mit einem „~“ gekennzeichnet und dient zum Ein- und Ausschalten sowie zum Wechseln der Programme. Um die Vibration an- oder auszuschalten, muss man den Knopf ca. 3 Sekunden lang gedrückt halten – ein Umstand, der ein wenig die fehlende Tastensperre wettmacht. Die anderen beiden Tasten („+“ und „–“) dienen zum Einstellen der Intensität. Das heißt, die Intensität lässt sich für die einzelnen Programme individuell regeln, was bei Vibratoren wirklich selten ist und eine Vielzahl an Vibrations-Variationen ergibt. Es gibt 7 Programme (eines mit konstanter Vibration, 6 Intervallprogramme mit Pulsen verschiedener Länge und Frequenz) und 6 Intensitätsstufen.

Wassertauglichkeit, Aufladung und Sonstiges

OhMiBod, Lovelife, Cuddle, Akku Der Cuddle ist nicht badewannentauglich, sondern nur spritzwassergeschützt. Mir als Badewannenabstinenzler ist das eigentlich schnuppe, doch aus Bequemlichkeit schätze ich es immer sehr, wenn ein Toy absolut wasserdicht ist. Denn dann kann ich es mit all dem anderen eingeschmadderten Zeugs im Waschbecken einweichen lassen, bis ich Zeit und Lust habe, es abzuwaschen. Das mache ich mit dem Cuddle lieber nicht. Aber ich wasche ihn ohne große Vorsicht unter fließendem Wasser, halte dabei aber die Bedieneinheit sicherheitshalber möglichst nach unten. Bisher lief alles glatt damit.

Die Ladebuchse befindet sich an der Basis des Vibrators und ist, soweit ich es einschätzen kann, wasserdicht. Zum Aufladen steckt man einen Stecker durch eine dünne Silikonhaut, die sich nach dem Ziehen des Steckers wieder schließt. Eine vollständige Aufladung dauert 2,5 Stunden und der Cuddle läuft dann – je nach Intensität – laut Hersteller bis zu 2 Stunden lang.

Die Lautstärke des Cuddle ist o.k. Er ist nicht der Leiseste, aber auch nicht zu laut für das, was er ist und kann. Steckt er mit der Benutzerin unter einer Decke, hört man vor der geschlossenen Zimmertür nichts.

Auf der Unterseite nahe dem Griff befindet sich auf dem Silikon der erhabene Schriftzug „OhMiBod“, was eine weiche Bürste zur Reinigung beinahe unerlässlich macht. Auch der Rand zwischen Plastik und Silikon braucht evtl. ab und an eine Reinigung mit der Bürste.

Der OhMiBod Lovelife Cuddle in Kürze

OhMiBod, Lovelife, Cuddle, Testbericht, VerpackunggPro: Sehr schön geformter G-Punkt-Vibrator mit kleiner extra stimulierender Kante auf der Spitze und mit kräftiger Vibration, die zwischen klopfend und britzelig/summsig changiert. Akkubetrieben. Sehr anfängertauglich, was Vielfalt an Einstellmöglichkeiten, Maße und Vibrationsintensität angeht – und auch wegen des günstigen Preises und der hübschen Verpackung.

Contra: Der Griff ist etwas kurz geraten und wird deshalb leicht schlüpfrig. Wasserdicht wäre natürlich noch besser als spritzwassergeschützt. Es gibt keine Tastensperre.

Maße: Länge: 16,5 cm, davon etwa 12 cm einführbar; Durchmesser: Einführbarer Teil: 2-3,2 cm; Griff: 4 cm

Material: ABS, teilweise mit Silikonüberzug

Gleitgel: wasserbasiert

Reinigung und Pflege: Waschen unter warmem Wasser mit Seife oder Spüli; Nicht untertauchen! Evtl. weiche Bürste für OhMiBod-Schriftzug; Desinfizieren mit Toycleaner

Vibration: kräftig, leicht ins Summsig-Britzelige tendierend. 7 Programme und 6 Intensitätsstufen sind unabhängig voneinander einstellbar

Verpackung und Lieferumfang: Feste, weiße, pink verzierte Schachtel in pinkfarbenem Schuber. Beiliegend: USB-Ladekabel, Satin-Beutelchen und mehrsprachige Gebrauchsanleitung, auch auf Deutsch.

Vielen Dank an Lovehoney.de  für den Cuddle und speziell an T. von der Presse-Abteilung für’s Auswählen und Mir-Schicken!

  1. Hier sind alle Modelle der Lovelife-Reihe zu sehen, über die Vibratoren habe ich abgesehen vom Cuddle und vom Adventure allerdings gelesen, dass sie eher schwach sind  Zurück zum Text

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *