PicoBong, Transformer, Testbericht

PicoBong – Transformer / Testbericht

Ich konstatiere: Der Transformer von PicoBong ist das Geschirrtuch unter den Sexspielzeugen! “Wie bitte?” höre ich meine Lesefröschchen fragen, “ein biegsamer Stab mit Vibratoren an beiden Enden? Was hat denn das bitte schön mit Geschirrtüchern zu tun?” – Nun, um diese Frage zu beantworten, möchte ich zunächst etwas ausholen und werde am Ende meines Testberichtes noch einmal darauf zurückkommen.

Es gibt ein Foto, das mich und meine kleine Schwester im Alter von 4 und 7 Jahren zeigt: Der Kleinen hängt ein Geschirrtuch über dem Kopf, und ich hatte neben anderen rätselhaften Requisiten ein Geschirrtuch um die Schultern gelegt, vorn mit einer Brosche meiner Mutter zusammengehalten. Das Ganze stellte Prinz und Prinzessin dar. Meine Schwester, die trotz eines ausgeprägten Prinzessinnenfimmels lange Zeit ihrer Kindheit kurzhaarig verbrachte (der Grund: unvorsichtiger Kaugummikonsum), musste die obligatorische Haarpracht irgendwie simulieren, ich brauchte  als Prinz natürlich einen zünftigen Umhang, und beides war im Küchenschrank schnell gefunden.

Und hier haben wir das erste tertium comparationis: ein Geschirrtuch kann mit ein bisschen Phantasie unendlich vieles sein – und genau das beansprucht auch PicoBong für den Transformer! Hört zu: “So verdreht wie Deine Phantasie!”, ” Millionen Sextoys in einem!”, “das vielseitigste Sextoy der Menschheitsgeschichte”, “unbegrenzte Möglichkeiten für Vergnügen und Abenteuer”.

Picobong, Transformer, TestberichtAber damit nicht genug! Der Transformer will nicht nur vielseitig, sondern auch revolutionär sein,1 und PicoBong behauptet, er sei das erste geschlechtsneutrale Sexspielzeug.2 Ich finde aber, dass unendlich . viele . andere . Sextoys ebenfalls geschlechtsneutral sind und betrachte diese Selbstauszeichnung deshalb als falsch – aber immerhin auch als einen sympathischen Versuch, zum Nachdenken über Geschlechtergrenzen, Zuschreibungen von Gender-Stereotypen und natürlich auch über die kreative Verwendung von Sexspielzeug anzuregen. Irritierend finde ich hingegen den Umstand, dass diese supidupi Inklusions-Kampagne zeitgleich mit einer Kampagne auf den Plan tritt, die extrem auf Exklusion setzt: Da kommt nämlich ein Penisring von Lelo mit preisintensiven Metall-Gimmicks daher und wird als “exklusiv für Banker” (natürlich männlich, weiß und hetero) angepriesen.3 Da PicoBong zu Lelo gehört, mutet dieses Zusammentreffen schon recht schizophren an.

Aber genug der allgemeinen Vorrede mitsamt Geschirrtuch-Nostalgie und Kapitalismuskritik! Kommen wir endlich zum eigentlichen Gegenstand dieses Testberichts: dem Transformer!

Technisches

PicoBong, Transformer, BedienungMaße: Der Transformer ist insgesamt etwa 64 cm lang, wovon 43 cm einem biegsamen Stab  zuzuschlagen sind, und jeweils 10,5 cm den zwei Vibratoren an den Enden des Stabes. Dieser ist etwa 1 cm dick und die Vibratoren haben an der breitesten Stelle einen Durchmesser von 3 cm. Sie bestehen wahrscheinlich aus Hartplastik und sind, wie auch der Stab, mit einer dünnen Silikonschicht überzogen.

Bedienung und Ladebuchse – sowie Probleme damit:  Auf einem der beiden Vibratoren befindet sich der Schriftzug “PicoBong” und auf dem anderen die Bedieneinheit. Diese besteht aus drei unter der Silikonhaut liegenden Tasten: +, M, – . Mit der Plus-Taste schaltet man den Vibrator ein und erhöht die Intensität, mit der Minus-Taste verringert man sie und schaltet den Vibrator aus. Der M-Knopf dient zur Programm-Auswahl.

Die Bedienung gleicht derjenigen der größeren PicoBong-Vibratoren. Leider sind die Tasten beim Transformer nicht in ähnlicher Weise erhaben. Sie sind deshalb ohne Blickkontakt sehr schwer aufzufinden und ich verwechsle sie ständig. Andererseits ist es natürlich verständlich, dass die Tasten eingeebnet sind, denn beide Enden des Transformers sind auch zum Einführen vorgesehen.

PicoBong, Transformer, LadebuchseZum Einführen nur bedingt geeignet finde ich dieses Ende des Transformer dennoch, und zwar aus zwei Gründen: Wie gesagt, die Bedienung befindet sich auf dem Corpus des Vibrators, und ohne ihn wieder hervorzuziehen, kann man nichts an der einmal eingestellten Vibration ändern.4 Der andere Grund ist der, dass der Steckplatz für den Ladestecker sich in einem in das Silikon eingelassenen Plastikelement befindet, das auf beiden Seiten eine Rille hat: zum einen zwischen Silikonüberzug und Plastik und zum anderen zwischen Plastik und Deckel. Unweigerlich bleibt darin Geschmadder hängen und um das wieder vollständig herauszubekommen, braucht man zumindest eine Bürste und oftmals auch ein gerüttelt Maß an Geduld.

Der Deckel der Ladebuchse ist wasserdicht. In die Buchse passen auch die Stecker für andere Lelo-Vibratoren oder eben der des beiliegenden USB-Kabels, womit man den Transformer mittels Adapter an der Steckdose oder aber am Computer binnen einer Stunde laden kann.

PicoBong, Transformer, ErfahrungenDie Vibration: Die Vibration finde ich für ein akkubetriebenes Spielzeug und erst recht im Vergleich zum Picobong Moka mit seinen 2 AAA-Batterien total enttäuschend! Sie fühlt sich sogar noch etwas schwächer an als die des Moka und ist außerdem noch etwas feinschlägiger und ‘oberflächlich’, womit der Transformer eindeutig im summsigen Bereich des Vibrationsspektrums landet, also nicht so recht nach meinem Geschmack ist, der ja eher auf grob und schwer Rumpeliges aus ist.

Die Vibration ist auf der gesamten Länge des Vibrators, also auch am Stab beinahe gleich stark spürbar. Das mag für manche Verwendungsarten vielleicht nett sein, aber insgesamt fand ich es eher irritierend und auf die Dauer unangenehm an den Händen.

Das Menü besteht aus 10 Pogrammen. Die Programmwahl ist von der Wahl der Vibtrationsintensität unabhängig, weshalb man die Intensität für beinahe jedes Programm einzeln erhöhen und verringern kann, etwas, das ich an PicoBong- und Lelo-Vibratoren wirklich sehr schätze!

Im folgenden Video demonstriere ich die Vibrationsprogramme in beiden Enden des Transformers und zeige am Ende den Transformer im Vergleich zum Picobong Moka (alles auf höchster Intensitätsstufe).

Erfahrungen mit den Transformationen des Picobong Transformer

Nicht nur über den Transformer, sondern auch über meine Phantasie habe ich etwas herausgefunden: sie ist wohl doch ziemlich geradeaus – zumindest gemessen an der, die der Transformer mir abverlangt.

Deshalb will ich den Transformer, der ja, wie ich eingangs schon erwähnte, eine Million Sextoys in einem sein möchte und so verdreht wie meine Phantasie, hier vor allem auf vier in der Gebrauchsanleitung genannte Funktionen hin untersuchen: als Klitoris-Vibrator, als G-Punkt-Vibrator, als Rabbit-Vibrator und als Penisring.

Klitoris-Vibrator: Nach dem bisher Erläuterten dürfte schon klar sein: zu schwach für mich. Ein Orgasmus ist nicht ausgeschlossen, aber das Ergebnis ist mir den laaang(weilig)en Weg dorthin nicht wert. Da bin ich mit meinen Fingern besser bedient. Auf dem unteren Drittel der Intensitätsskala finde ich die Vibrationen sehr angenehm und schmeichelig. Aber letztlich wird nur, wer mit relativ schwachen, feinschlägigen und oberflächlichen Vibrationen gut kommen kann, hier vollständig zufriedengestellt. Für alle anderen: Alternative: We Vibe – Tango/Salsa oder Touch oder einer der beiden im Folgenden noch genannten Vibis.

Als G-Punkt-Vibrator ist er m.E. überhaupt nicht geeignet. Der Stab verbiegt sich zu leicht, als dass man den Vibrator gezielt führen oder gar Druck auf den G-Punkt ausüben könnte, eine Kurve oder sonstwie Stimulationsträchtiges bietet keines der Enden und die Vibration ist mir am G-Punkt zwar nicht unangenehm, aber zu schwach, um mich zu beeindrucken. Alternative: Lelo – Mona 2

Picobong, Transformer, RabbitDie besten Erfahrungen habe ich mit dem Transformer als Dual-Stimulator, also als Rabbit gemacht. So, wie es auf der Packung angegeben und auf dem Foto nachgestellt ist, ging es aber nicht – ich frage mich sowieso, ob das dort Vorgeschlagene irgendwer mal ausprobiert hat! Ich habe stattdessen den Vibrator wie eine 9 gebogen, das eine Ende in die Vagina gesteckt und damit gefickt, während ich das andere Ende auf die Klitoris drückte. Das ging sogar die meiste Zeit einhändig (was ich ja doch wichtig finde – sonst könnte man ja gleich zwei Toys benutzen) und  brachte mir tatsächlich ein paarmal einen netten Orgasmus ein, wenn ich noch ganz frisch am Spielen war. Aber auch das kann ich mit rumpeligeren Vibrationen und einer ergonomischeren Form angenehmer und intensiver haben – Alternative:  Whooper Swan.

Einen Vorteil, so dachte ich vorher, hat so ein Transformer-Rabbit aber: nämlich den, dass man den Abstand zwischen einführbarem Teil und Klitoris-Vibrator variieren kann. Aber es ist wegen des sehr leicht biegsamen Stabes kaum möglich, die Position beider Teile zueinander beizubehalten.

PicoBong, Transformer, PenisringZum Transformer als Penisring nur so viel: denjenigen, bei denen der Transformer irgendwie passt, prophezeie ich eine große Karriere als Pornostar, denn so einen Schwanz hat die Welt noch nicht gesehen!!! Nebenan seht Ihr den größten Dildo meiner Sammlung, den 5 cm starken Maverick von Vixen Creations, mit dem Transformer – so eng es nur irgendwie ging – als “Ring”.

Fazit

Wie ich eingangs sagte, ist der Transformer das Geschirrtuch unter den Sexspielzeugen: zu fast allem brauchbar, aber zu kaum etwas so richtig. Wem dauerhaft die Haare fehlen, muss wohl oder übel irgendwann das Geschirrtuch durch eine Perücke ersetzen, sofern sie nicht auf die Rapunzelmähne verzichten will, und wer mit einem Mantel winterhart sein will, sollte einen von entsprechender Qualität anziehen, statt mit einem Baumwollappen um den Schultern vor die Tür zu gehen.

Und der Transformer? Hier zeigt sich: Nur weil etwas nicht für einen ganz bestimmten Zweck konzipiert ist, ist es noch lange nicht für Alles brauchbar. Auf jeden Fall ist er gut für diejenigen, die so tun wollen als hätten sie Millionen von Sextoys und die dazu nötige Phantasie mitbringen. Wer aber keine Lust auf Als-ob-Spielchen hat, sondern tatsächlich ein funktionales Sexspielzeug für eine oder ein paar mehr Arten der effektiven Stimulation haben möchte, greife lieber zu etwas Nicht-Verdrehbarem, vielleicht weniger Vielseitigem, dafür aber Zweck-mäßigerem!

Der Picobong Transformer in Kürze

PicoBong, Transformer, TestberichtPro: Sicherlich eine nette Abwechslung für diejenigen, die schon alles haben – inklusive verdrehter Phantasie – die gern herumspielen und weder funktionale Sextoys noch starke Vibrationen mögen. Wasserdicht, akkubetrieben, sicher für den analen Gebrauch. Er ist GELB – mein erstes gelbes Toy!!!

Contra: Die Vibration ist ziemlich schwach und für meine Bedürfnisse zu summsig. Eines der beiden Enden ist zum Einführen wenig geeignet: die Bedienung befindet sich darauf und die Rillen an der Ladesteckdose erfordern einigen Reinigungsaufwand. Die Vibratoren bleiben wegen des biegsamen Stabes nicht in der Position, die man vorher festgelegt hat. Ich finde den Vibrator unhandlich und meiner begrenzten Phantasie leider nicht angemessen.

Maße: Länge: Insgesamt: 64 cm; Stab: 43 cm; Vibratoren: ca. 10,5  cm Durchmesser: Stab: ca. 1 cm; Vibratoren: max. 3 cm

Material: Vibratoren: aus Hartplastik, Stab: keine Ahnung; das Ganze ist mit recht festem Silikon überzogen

Gleitgel: wasserbasiert

Reinigung und Pflege: Waschen mit warmem Wasser und Seife/Spüli, Rillen an Ladebuchse, den Schriftzug und die Vibrator-Stab-Übergänge mit weicher Büste reinigen, Desinfizieren mit Toycleaner

Vibration: verhältnismäßig schwach und summsig, stufenlos regulierbar, 11 Vibrationsprogramme, deren Intensität individuell geregelt werden kann.

PicoBong, Transformer, Verpackung Verpackung und Lieferumfang: Hübscher schwarzer, bunt verzierter Pappkarton mit großem runden Sichtfenster; anbei: USB-Ladekabel, Mehrsprachige Gebrauchsanleitung (u.a. auf Deutsch)

Faboptionen: Gelb, Blau, Pink, Schwarz

Vielen Dank an PicoBong, und besonders an die liebe S. in der PR-Abteilung!, die so freundlich waren, mir den Transformer für diesen Testbericht zur Verfügung zu stellen!

  1. Stellt Euch vor: das Werbevideo kommt sogar mit Camus-Zitat daher und es gibt ein MANIFEST – Oha! sollte mich nicht wundern, wenn gleich die Weltrevolution um die Ecke spaziert kommt!  Zurück zum Text
  2. hierin könnte man ein zweites t.c. sehen: nicht der oder die, nein, das Geschirrtuch war uns sowohl ein Mantel für den Herrn als auch die Haarpracht für die Dame!  Zurück zum Text
  3. Doch auch lesbische schwarze Behinderte können Banker sein  Zurück zum Text
  4. Ich frage mich wirklich, was DAS soll!!!! Das ist auch bei den kleinen Summsis von PicoBong so. Ein besonders unrühmliches Beispiel ist der Tano.  Zurück zum Text

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