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SelfDelve: Luft / Testbericht

Fruchtig-fruchtbare Selbsterforschung

In der Dresdener Silikonspielzeug-Manufaktur SelfDelve, aus welcher der Gegenstand meines heutigen Testberichts stammt, gibt man sich gern fruchtig und stellt vorrangig Dildos her, die aussehen wie Gemüse und Obst. Nun läßt allein der Gedanke, einen Maiskolben anders als auf oralem Wege zu konsumieren, mir das Blut in den Adern gefrieren und erinnert mich an eine der traumatischsten Dildo-Peitho-Konfrontationen. Auch eine Gartengurke mit ihrer stacheligen Haut erscheint mir in natura nicht allzu verlockend.

Aber im Gegensatz zu den natürlichen Darreichungsformen kommt das Gemüse von SelfDelve herrlich glatt und in drei verschiedenen Härtegraden daher: von relativ fest aber flexibel bis hin zu knautschig weich, was dann selbst einen Maiskolben von 5 Zentimetern Durchmesser für viele z.B. vaginal annehmbar machen dürfte. Bei SelfDelve gibt es also streng genommen gar kein Gemüse, sondern – Achtung, höhö, jetzt kommt ein Brüller: – Gemöse.1

selfdelve, Luft, königlich, kaltfarbenObwohl einige dieser Sachen sicherlich gut zu meiner Anatomie passen dürften, kann ich selbst mich kaum zu Sexspielzeug durchringen, das ganz konkret nach etwas ganz Anderem aussieht. Zwar sieht besonders Gemüse und anderes Essbare umgekehrt ja selber oft aus, als sei es etwas ganz Anderes, und insofern liegt die Idee, so etwas als Vorlage für Dildos zu verwenden, sehr nahe. Vielleicht klingt mir aber noch zu sehr das „Mit Essen spielt man nicht!“ meiner Kindergärtnerin in den Ohren, als dass mir die Vorstellung, mit einer Banane oder Möhre zu masturbieren angenehm wäre.

Chamäleon-Dildos

Glück für mich, dass SelfDelve auch einige abstrakte Dildos herstellt! „Warum denn nun Glück? Man kann doch einfach darauf verzichten, wenn man spleenige Vorbehalte gegen Silikon-Gemüse hat.“ Höre ich meine Leser murmeln. Nun, weil ich von einer Eigenschaft, die diese Dildos mit dem Wappentier von SelfDelve, einem Chamäleon, gemein haben, ganz hingerissen bin: Fast alle können nämlich die Farbe wechseln! Hach!!!! Ich liebe solche Spielereien!

Auf meine Anfrage hin bot mir Anja Koschemann – die Betreiberin der Manufaktur – an, dass ich mir einen Dildo aussuchen könne und ich wählte einen ganz zierlichen namens Luft aus der Serie “Elemente”, und zwar in einer sehr hübschen Farbvariante, die sich „königlich“ nennt. Diese besteht in einem ganz bezaubernden Geschwurbel von blau, weiß und gold, was an sich schon ganz herrlich aussieht. Aber jetzt kommt der Clou: das Blau verliert sich bei Erwärmung! Dann ist der Dildo ganz gülden-milchig-transparent, und von weißen und goldenen Adern durchzogen. Ich kann mich ja gar nicht sattsehen an sowas!!!
Natürlich gleicht kein derart marmorierter Dildo dem anderen, weshalb man mit jedem dieser adeligen Dildos (es gibt außer „königlich“ noch „fürstlich“ und „kaiserlich“) ein Unikat erwirbt.

Luft im Gebrauch

Selfdelve, luft, warmfarben,Aber so wundervoll das auch alles ist – wir sprechen hier nicht von ein Stehrümchen, sondern von einem Dildo, und der ist in erster Linie nicht dazu da, um sich dekorativ zu produzieren. Und so komme ich endlich zur alles entscheidenden Frage: Wie macht er sich denn nun als Sexspielzeug?

Zuerst dachte ich, Luft sei allenfalls ein vorzüglicher Aufwärm-Dildo. Darunter verstehe ich einen zumeist zarten Dildo, der sich sehr lecker anfühlt, der aber nicht sonderlich zuverlässig zum Höhepunkt verhilft. Denn der Luft ist mittelhart und damit schon sehr weich und flexibel. Eigentlich ist die Original-Ausgabe auch etwas härter und das ist im Allgemeinen sehr sinnvoll bei so einem zarten Toy, aber die hübschen Marmorierungen sind mit festem Silikon nicht hinzubekommen, weshalb Dildos mit Adelsprädikat nur in den weicheren Varianten erhältlich sind.

Aber ich bin dennoch sehr begeistert! Nach nur drei, vier Versuchen hatte ich den Bogen perfekt raus und bin seitdem – warme Füße vorausgesetzt – jedes Mal aus dem Kaltstart in wenigen Minuten mit ihm zu einem sanften, fluffig-belebenden Orgasmus gekommen.

Meine zwei bis drei Arten, Luft zu holen

SelfDelve, Luft, DraufsichtIch benutze dafür immer Gleitgel, denn wenn ich bei Null anfange – und dafür finde ich diesen Dildo sehr gut geeignet – bin ich natürlich noch nicht feucht. Zuerst beginne ich, langsam und mit relativ kleinen Bewegungen zu ficken. Das erhabene SelfDelve-Logo auf der Basis hilft bei der Orientierung, um die richtige Position zu halten.

Anfangs benutze ich nur die oberen zwei Drittel des Dildos. Dort gibt es, wie Ihr seht, eine dezente Kurve mit einer Verdickung an der Spitze und eine weitere Wölbung etwas weiter unten. Beide sind maximal 3 cm dick, und die Verjüngungen jeweils darunter, sind ca. 2 cm im Durchmesser – ein Unterschied, der bei dem geringen Umfang für eine sehr dezente Dehnung und Entspannung des Scheideneingangs sorgt. Außerdem stimuliert die obere Verdickung sanft aber deutlich am Scheideneingang in Richtung Bauch,2 besonders beim Herausziehen. Die Unterseite der zweiten Verdickung wirkt sich ganz ähnlich auf die analwärts gelegene erogene Zone aus, die unter “PS-Punkt” firmiert.3

Manchmal kann es passieren, dass ich allein schon davon komme, aber effektiver ist es, den Dildo nach und nach, bei jedem erneuten Eindringen, etwas weiter einzuführen, so dass zunehmend die untere Verdickung ebenfalls nach analwärts reizt und gleichzeitig den Scheideneingang dehnt. Wenn ich sie schließlich vollständig einführen kann, spüre ich sie auch deutlich am G-Punkt. Dabei stupst die Spitze des Luft die Cervix, oder den A-Punkt oder was weiß ich, was da weiter drinnen so fein angenehm und geil ist.

Und hierbei zahlt es sich für mich zweifellos aus, dass der Dildo so weich und nachgiebig ist, denn das kann ja mitunter ziemlich weh tun – vor allem am Anfang des Spiels, wenn der Muttermund noch tief liegt und die Vagina noch nicht so entspannt und geweitet ist. Bewährt hat sich für mich ein anfangs wirklich langsames und auch später eher ruhiges Rein-raus mit Bewegungen, die nach und nach die gesamte Länge des Dildos nutzen. Ich habe den Eindruck, dass meine Vagina es dann eher schafft, die Reize optimal auszukosten, als wenn ich schnell ficke.

Eine andere, für mich recht zuverlässig orgasmustaugliche Variante ist, den Dildo, sofern es der Muttermund schon zuläßt, fast vollständig einzuführen und nur kleine Bewegungen auszuführen, bei denen allein die unterste Verdickung immer wieder fast vollständig hinaus- und wieder hineingleitet.

Was gibt es sonst noch zu sagen?

SelfDelve, Luft von untenEs verläuft eine herstellungsbedingte Naht über den Dildo, die bei Gebrauch jedoch nicht spürbar ist.

Obwohl auch die königliche Luft, wie anderes unmotorisiertes Silikonspielzeug prinzipiell durch Kochen sterilisierbar ist, sollte man das N-I-C-H-T tun! Denn sonst verlieren die Farbpigmente beinahe augenblicklich ihre Fähigkeit zum Farbwechsel.

Setzt man den Dildo jedoch keinen großen Temperaturschwankungen aus und lagert ihn vorwiegend dunkel, hält die „Wechselwirkung“ der Farbpigmente etwa 2 Jahre lang an. Danach bleibt der Dildo irgendwann ganz auf der Kaltfarbe stehen.

Der Luft von SelfDelve in Kürze

SelfDelve, Luft, Pro: Empfehlen würde ich den Luft allen, die schlanke Dildos zu schätzen wissen und für Anfängerinnen. Auch für den analen Gebrauch ist er wegen des weichen, flexiblen und glatten Silikons sehr gut geeignet und aufgrund der 5 cm breiten Basis sicher. Wegen des Farbwechsels ist er ein ganz besonderes Leckerli für Spielkinder wie mich!

Contra: Für manch Eine/n sicherlich zu schmal. Einfaches Sterilisieren durch Kochen ohne Einbußen des Farbwechsels nicht möglich – aber mal ehrlich: wozu braucht man das wirklich?

Länge: ca. 17 cm, davon einführbar: ca. 14,5 cm

Durchmesser: Verdickungen: 2 x 3 cm 1 x 3,5 cm; Verjüngungen: ca 2 cm

Material: Sehr flexibles, auf Druck ziemlich nachgiebiges Silikon

Gleitgel: auf Wasserbasis

Reinigung und Pflege: Waschen mit nicht allzu warmem Wasser, Seife oder Spüli. Aufbewahrung: möglichst lichtgeschützt, z.B. in der Originalpackung. Desinfektion: mit Toycleaner, NICHT kochen oder sonstwie erhitzen!!!

Selfdelve, Luft, VerpackungVerpackung: Schlichte silberfarben-mattierte rechteckige Blechdose, die sich nachher gut als Spielzeug-Aufbewahrung oder für Anderes eignet. Darin liegt der Dildo eingeschlagen in schwarzes Seidenpapier. Anbei: Pflegehinweise und ein Gleitgelpröbchen.

Farboptionen: Lila, das ins Blaue wechselt; marmorierte Varianten: Fürstlich, Königlich, Kaiserlich – schwer zu beschreiben. Seht am besten hier.

Alternativen

Die eben genannten Farbvarianten bieten viele Wahlmöglichkeiten. Wer es etwas fester mag, nimmt das Original. Wer gern etwas Umfangreicheres hätte, kann die Liebe ins Auge fassen.

Vielen Dank, SelfDelve für den königlich-zauberhaften Luft-Dildo!

 

  1. Wer jetzt „und Öbst!“ sagt, hat zwar irgendwie Recht, aber den Witz nicht verstanden. Dieses Glanzlicht des Schenkelklopfhumors ist mir übrigens gerade ganz allein ein- oder besser aufgefallen, weil ich mich hier stöndig vertöppe.  Zurück zum Text
  2. Ich bin mir immer nicht sicher, ob dieser empfindliche Bereich auch noch zur G-Zone gehört! Kann gut sein. Muss mich da noch einmal gründlich belesen  Zurück zum Text
  3. PS steht für ‘perinealer Schwamm’ bzw. ‘perineal sponge’ und bezeichnet denjenigen Teil des erektilen Gewebes, das bei der Frau in der hinteren Wand der Vagina über dem Damm befindet. Dieses Gewebe schwillt, ähnlich wie die G-Zone bei Erregung an, und die Stimulation dieser Region empfinden viele Frauen als sehr lustvoll.  Zurück zum Text

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