Sqweel Go, Lovehoney, Testbericht

Lovehoney: Sqweel Go / Testbericht

Dieses putzige kleine Ding da ist das Sqweel Go von Lovehoney. Ist es nicht niedlich?!?! Als es ganz neu war, konnte ich kaum die Finger davon lassen, so knuffig ist es!! Sieht aus wie ein kleines Tierchen – ich mag ja sowas!

Leider ist es das Einzige geblieben, was mich daran begeistert.

„Sqweel“ ist offenbar ein Wortspiel mit „wheel“ (dt. Rad) und… tja, und womit noch? Ich hatte zunächst überlegt, inspiriert durch das tierchenhafte Aussehen des Sqweel Go, ob das zweite Wort vielleicht „squid“ (dt. Kalmar) sei, denn diese Wesen haben ja, wie das Sqweel, ebenfalls zehn Fortsätze. Überhaupt passte das zu meiner Unterwasserwelt-Idee, derzufolge sich das Sqweel Go sehr gut als Seeanemonen-Simulator ausnimmt. Inzwischen denke ich allerdings, dass “Sqweel” etwas ganz Anderes – und viel Näherliegendes – bedeutet. Doch dazu später.

Ganz abgesehen vom Namen: Was ist das Sqweel Go denn nun eigentlich?

Cunnilingus to go

Es ist natürlich kein Seeanemonen-Simulator, sondern ein Klitoris-Stimulator, und genau genommen soll es ein Oralsex-Simulator sein. Letzteres, wie ich vermute, aus einem einzigen – und nach Ansicht der Erfinder offenbar hinreichenden Grunde – nämlich dem, dass es Zungen hat. Sogar gleich zehn Stück!1 Zwar fehlt alles, was man für einen Cunnilingus sonst noch benötigt, “aber es könnte doch sein”, so höre ich das Erfinderlein in seinem Kämmerlein raunen, “dass es das ist,  was Frauen – und Männer – sich beim Oralsex wünschen: mehr Zungen!

Sqweel Go, Handtasche„Go“ steht bei diesem Sqweel für Handtaschentauglichkeit, weil es mit 7,5 cm so winzig ist. Ein “Sqweel to go” sozusagen. Damit unterscheidet es sich von seinem größeren Verwandten, dem Sqweel 2, das abgesehen von der handtaschenuntauglichen Größe2  ein bedeutendes Hindernis für Dildos, Penis und anderes vaginal Penetratives darstellt, indem es beinahe die gesamte Vulva okkupiert. Das Sqweel Go hingegen macht sich – zumindest was den benötigten Platz angeht – ganz gut zum Dildo.

Die Zünglein des Sqweel Go sind ebenfalls kleiner und zarter als die des Originals, nämlich nur 13 mm lang und 17 mm breit. Sie bestehen aus Silikon und sind gleichmäßig um die Achse angeordnet. Das Silikon ist zwar nicht allzu weich, aber dadurch, dass die Zünglein zur Radmitte hin nur ca. anderthalb Millimeter dick sind, klappen sie bei Andruck recht leicht nach hinten weg. Die Oberfläche ist mattiert und fühlt sich samtig an.

Das Rädchen kann man durch Drücken auf den einzigen großen Bedienknopf in Bewegung versetzen und durch längeres Drücken desselben wieder stoppen. Es gibt 3 verschiedene Geschwindigkeiten und 3 Intervallprogramme. An der Basis des ABS-Gehäuses gibt es einen Silikon-Pfropf, der mit dem Stecker des Aufladekabels durchstoßen werden kann und sich wieder wasser- und luftdicht verschließt, nachdem man das Kabel entfernt hat. Das andere Ende des Ladekabels hat einen USB-Stecker, und so kann man das Sqweel Go am Computer oder mit einem USB-Steckdosenadapter direkt am Stromnetz laden. Nach 2 Stunden ist es fit für etwa eine Stunde “Oralsex-Simulation”.

Erfahrungen mit dem Sqweel Go

Der Plan sieht also vor, das Rädchen mit den Zünglein auf die Vulva zu setzen und sich dann einzubilden, man bekomme einen Cunnilingus serviert.

Ich hatte natürlich nicht ernsthaft damit gerechnet, dass das Sqweel Go sich auch nur annähernd wie Oralsex anfühlt. Ich meine: Seht es Euch an! Wie soll das gehen? Aber ich erwartete doch immerhin etwas, das sich nach irgendeiner Art Sex anfühlen würde – m.a.W. dass es irgendwie möglich sei, damit zu kommen – oder doch zumindest sehr weit zu kommen. Ansonsten verliert ein Klitorisstimulator in meinen Augen seine Daseinsberechtigung – da kann er noch so putzig aussehen.

Lovehoney, sqweel go, Und ich habe wirklich alles probiert, was man nur probieren kann! Von links, von rechts, oben, unten, fester Druck, leichter Druck, tonnenweise Gleitgel, Sqweel Go pur, oder mit Dildo,3 Schamlippen aufgespreizt, oder auch nicht, im Bett, in der Dusche… Irgendwann beschloss ich dann sogar, mein Schamhaar zu stutzen, um das Sqweel Go zumindest davon abzuhalten, sich weiterhin als Lockenwickler zu betätigen. Ein vollkommen unnützes Opfer; kein Orgasmus weit und breit, nicht einmal der Hauch von Erregung. Jedenfalls nicht mit diesem Dingelchen.

Immerhin fühlt sich das leichte Gefluppel der Minizungen auf den äußeren, nun kahlrasierten Schamlippen, sowie an Damm und Anus sehr nett an, solange alles trocken bleibt. Ein ganz leichtes Streicheln, schwer mit irgendetwas zu vergleichen, wobei der Eindruck einzelner Zungen mit zunehmender Geschwindigkeit nachlässt und ein eher undifferenziertes tickeliges Gestreichel entsteht, das aber für sich genommen, wie gesagt, wirklich angenehm ist.

Aber will ich damit tatsächlich auf die Klitoris gehen, beginnen die Schwierigkeiten. Auf und zwischen den weichen Schleimhautfalten produzieren die Zungen nämlich eine eher unangenehme Reibung. Auch kommt das Rädchen auf der ersten Rotationsstufe schon bei relativ leichtem Andruck ins Stocken. Es ist also unerläßlich, Gleitgel zu verwenden – und zwar VIEL Gleitgel! Denn es trocknet sehr schnell wegen des ständigen Luftkontaktes der Zünglein. Allerdings kann ich der Klitoris-Stimulation weder feucht noch trocken viel abgewinnen: trocken reibt es, und feucht ist, bleibt und wird es zunehmend unangenehm kalt. Außerdem ist mir die Stimulation auf dem Schaft zu schwach und eintönig und an der Klitoriseichel unangenehm.

Und so fluppele ich auf der Suche nach einem Erregungskitzel, mit kleinen feuchtkalten Züngelchen zwischen meinen Schamlippen herum, die nicht nur immer trockener, sondern auch immer kälter werden. Ich suche vergeblich, und dann ist der Ofen aus – wenn ich nicht vorher zu etwas greife, das mehr Erfolg verspricht oder statt auf fremde Zungen schlicht und einfach auf meine eigenen Finger vertraue.

Squealing wheel = sqweel?

Testbericht, Erfahrungen, sqweel go, Neben der Alternative Reibung/Kälte hält das Sqweel Go noch einen weiteren Abtörner für mich bereit: das Geräusch!!! Ich kann nicht einmal behaupten, das Sqweel Go sei sonderlich laut. Es ist nicht unbedingt leise, aber es gibt wesentlich Lauteres in der Sextoy-Welt. Ich habe lange überlegt, womit man es vergleichen könnte, und finde, am nächsten kommt dem ein Fahrrad-Dynamo bei nächtlicher Talfahrt. Ein hektisches Geräusch, das ausschließlich in den hohen Frequenzen zu Hause ist, ein nervig-nervöses Sirren, gegen das sich in meinen Ohren selbst der Magic Wand geradezu meditativ ruhig ausnimmt.
Deshalb denke ich inzwischen, dass „sqweel“ überhaupt gar nicht auf irgendwelche zehnarmigen Unterwasserwesen rekurriert, sondern eine Komposition aus „wheel“ und „squeal“ (dt. kreischen, quietschen) darstellt. Ohropax sorgen recht zuverlässig für Abhilfe.

Aber wie gesagt: mit oder ohne Ohropax: Einen Orgasmus versagt das Sqweel Go mir völlig und fühlt sich abgesehen davon eher unangenehm als angenehm an. Trockenes Streicheln an manchen Stellen ist ganz nett und es fühlt sich wirklich einzigartig an. Es wird mir aber letztlich vom hochfrequenten Geräusch verleidet. Damit ist das Sqweel Go nicht nur als Klitorisstimulator, sondern auch überhaupt als Sexspielzeug für mich absolut disqualifiziert.

Badewannentauglich

Immerhin: für Besitzer einer Badewanne könnte es ein hübsches Spielzeug sein. Es ist absolut wasserdicht. Unter Wasser fallen meine drei Kritikpunkte weg: Das Reibungsproblem tritt so gut wie gar nicht auf, Vulva-Kühlung ist in warmem Wasser auch nicht möglich, und selbst das Geräusch geht weitestgehend mit unter. Das ist zwar auch nicht die Erfüllung meiner Sehnsüchte und daher durchaus verzichtbar, aber immerhin wirklich nett – nur habe ich leider keine Badewanne und habe meine diesbezüglichen Experimente in der Duschwanne vorgenommen.

Das Lovehoney Sqweel Go in Kürze

Sqweel Go, USB-Ladekabel, akkuPro: wiederaufladbarer Akku; wasserdicht; einzigartige Stimulation – um nicht zu sagen: “mal was Anderes“; orgasmustauglich vielleicht für Sensibelchen, unter Wasser ganz nett
Contra: ich vermute, die durchschnittliche Klitoris hat nicht viel vom Sqweel Go; äußerst unangenehmes Geräusch; entweder es verbraucht tonnenweise Gleitgel und kühlt dabei die Vulva (wer’s mag…) oder produziert tendenziell unangenehme Reibung

Maße: – Höhe: 7,5; – Rad: d = 4,4; – Corpus: d = 3,8 ; Zungen: 13mm lang und 17mm breit

Programme: 1-3 3 x gleichmäßige Rotation verschiedener Geschwindigkeit; 4 Intervall kurz-laaaaaang-kurz-laaaaaaang…; 5 4 Intervalle mit zunehmender Geschwindigkeit; 6 sich steigernde Geschwindigkeit mit zwei, drei kurzen Aussetzern dazwischen – wahrscheinlich zum Spannung-Erzeugen und Spontanietät-Simulieren

Stromversorgung: Akku, 2 h aufzuladen über USB-Ladekabel, 1 h Spielzeit

Material: Gehäuse: ABS, Zungenrädchen: Silikon

Gleitgel: auf Wasserbasis

Reinigung und Pflege: Die Gebrauchsanweisung empfiehlt , es mit Toycleaner einzusprühen und feucht abzuwischen, Ich empfehle: Waschen, evtl vorher einweichen) mit warmem Wasser, Seife oder Spüli und einer weichen Bürste. Desinfektion: mit Toycleaner

Verpackung und Ausstattung: pink-weiß gestaltete Pappbox mit Sichtfenster vorn und hinten, Anbei eine Gebrauchsanweisung und ein USB-Ladekabel

Farboptionen: lila, weiß, pink

Alternativen

Vielleicht ist das Sqweel 2 eine Alternative. Es wird im allgemeinen recht wohlwollend besprochen und in manchen Fällen sogar als durchaus orgasmustauglich beschrieben.

Vielen Dank, Lovehoney, dafür dass ich neugieriges Wesen das Sqweel Go testen durfte!

  1. Mit einem Anflug von Polemik meint eine Rezensentin eines ähnlichen Modells: “just like your boyfriend”  Zurück zum Text
  2. Immerhin kann man das Sqweel 2 staubdicht verschließen, das Sqweel Go müsste man zusätzlich noch in ein Tütchen packen – das habe ich auf dem Foto aber aber nicht gemacht, der feschen Wirkung wegen. Neben dem Sqweel Go befinden sich auf dem Foto zwei sehr gut geeignete Oralsexsimulationsbegleiter: ein mp3-Player und Ohropax.  Zurück zum Text
  3. hierbei kam ich immerhin – allerdings nicht wegen des Sqweel Go, sondern eher trotzdem  Zurück zum Text

2 Gedanken zu „Lovehoney: Sqweel Go / Testbericht

  1. Ich schätze mal Sqweel ist tatsächlich von squeal abgeleitet, aber vermutlich meinten die Erfinder eher dass die Frau squealt, also vor Extase kreischt, schade dass es nur das Gerät tut^^

    1. Du liegst völlig richtig! Das ist exakt das, was auch Lovehoney mir gestern antwortete. Bezeichnenderweise bin ich darauf wirklich überhaupt nicht gekommen.
      Allerdings hatte ich auch nicht ernsthaft angenommen, daß meine Deutung die intendierte ist :O)

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