Swan Vibes, Palm Power, Wand Massager, Testbericht

Swan Vibes: Palm Power / Testbericht

Wie letztens schon angekündigt, schwadroniere ich heute – zum . wiederholten . Male, gääääähn!!! ;O) – über einen Wand-Massager.

Diesmal aber immerhin wieder über etwas wirklich richtig Tolles!!! – ganz im Gegensatz zu meinem letzten Beitrag zum Genre Wand-Massager-Testbericht.

Technisches und anderes Wissenswertes

Swan Vibes, Palm Power, Stecker und AdapterStrenggenommen handelt es sich beim Palm Power von Swan Vibes1 gar nicht so sehr um einen Wand als vielmehr um ein Wändchen. Denn er misst der Länge nach gerade einmal 19 cm bei einem maximalen Durchmesser von ca. 4 cm.
Aufgebaut ist er trotz aller Größendifferenz genau wie seine großen Vorbilder: ein vibrierender Kopf sitzt auf einem mäßig flexiblen Hals, der einem Hartplastik-Corpus entspringt, auf dem sich die Bedienung befindet und an dessen unterem Ende das Kabel für die Stromversorgung eintritt.
Ich vermute, dass der Motor im Griff des Palm Power steckt, denn dieser wird bei ausgiebiger Benutzung warm. Im Kopf jedenfalls befindet sich eine offenbar ordentlich schwere Unwucht in einer festen Plastikkapsel. Darüber ist zu gut zwei Kopf-Dritteln ein abnehmbares telekomfarbenes Hütchen aus dünnem und festem Silikon gestülpt. Der Rest der Kopfoberfläche besteht aus demselben handschmeichelnd-samtig sich anfühlendem Hartplastik wie der Griff.
Das Netzkabel ist mit 245 Zentimetern sehr großzügig bemessen. An dem einen Ende befindet sich ein Stecker zum Anschluss an die Basis des Palm Power. Das heißt, wenn man den Palm Power z.B. zum Reinigen mit ins Bad nehmen will, muss man nicht das ganze Kabel mitnehmen. Am anderen Ende sitzt ein kleiner Trafo, der mit vier verschiedenen in- und fremdländischen Steckdosenadaptern versehen werden kann, die dem Palm Power beiliegen.

Der dunkelgraue Corpus ist ein wenig gebogen, so dass der einzige Bedienknopf sich auf der Innenseite einer flachen Kurve befindet, und zwar 2,5 cm unterhalb des Halses. Am anderen Ende des Griffes befindet sich ein rotes LED-Lämpchen, das leuchtet, sobald der Palm Power mit Strom versorgt ist.

Das Geräusch ist o.k. für die Kraft des Vibrators, aber doch ziemlich laut. Es ist etwas schnarrend und hört sich deutlich nach Plastikgeklapper an. Der Palm Power ist also alles anderer als diskret, und man kann ihn gut durch eine geschlossene Tür hören – Euch allerdings noch besser, wenn Ihr ihn benutzt.

Peitho meckert

Palm Power, Swan VibesWie ich schon schrieb: dieses Gerät ist etwas wirklich Tolles. Und wie bei allem wirklich Tollen, das vermeidbare Mängel aufweist, frage ich mich auch hier, warum man nicht ein paar Minuten intensiven Nachdenkens investiert hat, um die Sache perfekt zu machen.

Denn zum Einen finde ich die Knopf-Position des Palm Power alles andere als optimal. Ich halte den Vibrator gern steuerknüppelartig in der Hand. So kann ich den vibrierenden Kopf am besten gegen die Vulva pressen: 2 mit der Finger- und Handinnenseite (engl.: palm!) einerseits und mit dem Daumen als Gegengewicht am oberen Corpusteil andererseits.
Der Daumen befindet sich dabei demnach ziemlich genau dort, wo das Lämpchen glüht – und damit leider überhaupt nicht dort, wo der Knopf prangt. Will ich die Intensität erhöhen, muss ich oft erst einmal unter erheblicher Daumenverrenkung suchen und tasten, und wenn ich auch in der Lage bin, dies zu vollbringen, verzichte ich beim Masturbieren nur allzu gern auf solche koordinativen Höchstleistungen. Viel komfortabler wäre es, wenn der Knopf an der Stelle der Lampe säße oder sich zumindest in der gut erreichbaren Mitte des Corpus‘ befände. Immerhin: will man sich fremdbespielen lassen, oder selber ein geliebtes Wesen damit verwöhnen, ist der Knopf in einer guten Position.

Auch eine andere, oftmals an Swan-Vibratoren beklagten Knopf-Schwierigkeit finde ich vermeidbar: die „Press and Hold“-Funktion. Diese viel bemurrte Knopf-Schwierigkeit äußert sich darin, dass man den Vibrator oft genau dann abschaltet, wenn man ihn am dringendsten braucht.
Der Knopf des Palm Power funktioniert nämlich folgendermaßen: ein einmaliges Pressen startet den Vibrator und dann kann man durch weiteres Drücken die Geschwindigkeit erhöhen. Man muss dabei aber etwas länger drücken (hold). Denn drückt man nur kurz, ist der Vibrator still. Das kann einen schon aus dem Konzept bringen, wenn man gerade so richtig gut bei der Sache ist – oder besser: war. Und es könnte, wenn man sich nicht daran zu gewöhnen vermag, einen munter sprudelnden Quell andauernden Ärgernisses darstellen.

Swan Vibes, Palm Power, Kopf und SilikonkappeNeben diesen beiden Knopf-Problemen gibt es auch einen Kopf-Mangel zu beklagen, der zwar m.E. nicht so stark ins Gewicht fällt, aber dennoch zu denken gibt:
Da stattet man das Dingelchen mit einer abnehmbaren Silikonkappe aus, was höchst löblich ist. Aber: warum muss die so kurz sein??? Der große Vorteil einer abnehmbaren Kappe ist doch, so meint man, dass sie die Reinigung auf einen einzelnen einfachen Schritt reduziert, nämlich auf den, das Hütchen unter Wasser abzuwaschen. Hier jedoch sammelt sich am unbedeckten Teil des Kopfes, sowie zwischen Kappe und Plastikrand fröhlich das im Einsatz befindliche Geschmadder an. Deshalb muss ich jedes Mal zusätzlich mit einem Lappen am Wändchen selbst herumwischen. Das wäre nun wirklich leicht zu vermeiden gewesen, wenn man das Hütchen einen Zentimeter länger gemacht hätte.

Peitho schwärmt

Wie dem auch sei: Ich liebe dieses Dingelchen trotzdem, und mit dem Palm Power habe ich nun den dritten Wand Massager innerhalb eines halben Jahres probiert, dessen Vibration mich ohne weiteres Zutun vollständig aus den Socken haut!!! Und so entschädigt sie für all das beklagenswert Undurchdachte.

Als ich den Palm Power das erste Mal ausprobierte, war ich erstaunt, zu welch einer Kraft und Geschwindigkeit er nach ein paar Mal Knopfdrücken auflief, und ich kriegte mich kaum noch ein, als er dann noch schneller und schneller und schneller wurde. Die Geschwindigkeit ist stufenlos regulierbar, wenn man erst einmal die Press-and-Hold-Funktion des Bedienknopfes verinnerlicht hat. Sie beginnt mit einem leichten, sanften Rütteln und steigert sich zu einem starken Schleudern.
Dabei ist sie hart und direkt und wird erst ganz am Ende, wenn man die Intensität fast vollständig ausgereizt hat, etwas undifferenziert.
Swan Vibes, Palm PowerDieses allzu direkte, hart klopfende mag ich beim Hitachi mit seiner großen Auflagefläche und seiner Startgeschwindigkeit von 4000 rpm zwar auch gern, doch ich bevorzuge beim großen Massager eher die runderen Vibrationen des Europe Magic Wand. Aber beim Palm Power mit seinem harten kleinen Kopf, der sich prima zwischen die Schamlippen direkt über der Klitoris oder an den Klitorisschaft legen lässt, liebe ich sie! Vor allem natürlich auch deshalb, weil ich hier die Option habe, die Vibration sanft beginnen zu lassen. Mir erscheint die Vibration bei gleich stark gespürter Intensität grober rumpelnd als die des Magic Wand. Der Hals ist nur wenig flexibel und dämpft sie kaum ab.

Es lässt sich schwer quantifizieren, aber für den ersten Orgasmus (nach ca. 1 min!) benötige ich schätzungsweise ein Drittel der Kapazität. Ich reize sie selten vollständig aus, und wenn doch ist meine Klitoris hinterher ein puckerndes kleines taubes Ding, und ich insgesamt bin erschöpft, glücklich und seeeehr zufrieden.

Zum Spiel mit dem Dildo nehme ich den Palm Power nicht hinzu, denn da lenkt er mich doch zu sehr ab, wie die meisten Vibratoren, und ich spüre von der delikaten vaginalen Stimulation nicht mehr viel. Aber wenn ich den Dildo nur „stationär“ benutze, d.h. ihn still in mir habe und nur die Muskeln damit spielen lasse, leistet der Palm Power sehr gute Arbeit als Erfüllungsgehilfe. Zum Dildo passt er wegen seiner Größe besser und bequemer als der Magic Wand. Und: der Größe nach ist der Palm Power natürlich auch wesentlich besser für den Einsatz beim Liebesspiel zu zweit geeignet.

Was ich hingegen beim Sologebrauch manchmal ein wenig vermisse, ist, den großen runden Kopf des Wandes zwischen meine Schenkel nehmen und mich unter ihm bewegen zu können. Letzteres geht hier freilich auch, aber nicht ganz so gut, finde ich. Aber man kann nicht alles haben und wenn man es nicht so groß und schwer braucht, ist der Palm Power eine äußerst gute Alternative zum Magic Wand.

Palm Power oder Magic Wand?

Magic Wand, Palm PowerDer Magic Wand ist natürlich das – so unterstelle ich jetzt mal ganz frech – was als Referenz-Vibrator in unser aller Geister herumspukt und so ist diese Frage natürlich eine, die ein Testbericht über einen Wand-Vibrator m.E. enthalten muss.

Ich würde den Palm Power wegen seiner Vielseitigkeit dem Hitachi/Magic Wand/Original vorziehen. Er hat dieselben knallharten Vibrationen, und bietet die Möglichkeit, es auch ruhiger angehen zu lassen. Für die schnelle Nummer durch die Hose hindurch ist der Hitachi/Magic Wand Original mit seinem großen, glatten PVC-Kopf aber unschlagbar.

Der Europe Magic Wand hat, wie der Palm Power, ebenfalls langsamere Vibrationen zu bieten, die sich jedoch schwerer und satter anfühlen als die des kleineren Verwandten, das Geräusch des EMW ist angenehmer als das Plastikgeratter des Palm Power, und es macht mir riesigen Spaß, den großen gepolsterten Kopf zwischen die Beine zu klemmen und mich daran satt zu reiben. Der Palm Power hingegen läßt sich mit seinem kleinen Kopf besser fokussiert auf der Klitoris einsetzen, wozu man beim EMW ein spezielles Attachment bräuchte… HACH! Was bin ich froh, dass ich beide habe!!! :O)

Swan Vibes, palm Power, AttachmentsEin großer Vorteil der Original Magischen Wände ist der, dass man sie mit vielerlei Attachments ausstatten kann. Auch für den Palm Power gibt es Aufsätze für die vaginale Stimulation und zwei recht rätselhafte zur Muskelmassage,3 aber angesichts der Tatsache, dass sich die Kappe sehr leicht vom Kopf lösen lässt, habe ich Bedenken hinsichtlich ihrer Haltbarkeit. Diese wurden durch dieses Video bekräftigt, empfiehlt die Dame doch tatsächlich den Einsatz von doppelseitigem Klebeband (ab ca. 7:50 min) beim Gebrauch der Aufsätze!

Der Swan Vibes Palm Power in Kürze

Swan Vibes, Palm PowerPro: Stark, stärker, am stärksten!!! – direkte, knallharte und rumpelige Vibration. Klein und leicht. Abnehmbare Kappe aus Silikon. Insgesamt ist der Palm Power beim Solo- und Paargebrauch vielseitiger und bequemer einsetzbar als größere Wands. Nicht zuletzt ist der Preis ein nicht zu vernachlässigendes Argument zugunsten des Palm Power.

Contra: Gewöhnungsbedürftige Bedienung per Press and Hold. Beknackte Knopf-Position. Laut. Nicht wasserdicht. Silikonkappe ist zu klein und vermindert daher kaum den Reinigungsaufwand. Verfügbare Aufsätze halten evtl. nicht so gut am Kopf, wie es wünschenswert wäre.

Material: ABS, Kappe aus Silikon

Maße:
Länge: ca. 19 cm, Griff ca. cm 14, Hals: 1,2 cm,
Kopf: 3,8 cm hoch und max. 4 cm im Durchmesser; Kappe: 2,7 cm hoch

Gleitgel: Wasserbasiert

Reinigung und Pflege: Der Palm Power ist nicht wasserdicht! Die Kappe kann abgenommen und mit Seife/Spüli und warmem Wasser gewaschen und bei Bedarf mit einem Toycleaner oder durch 3-4 Minuten Kochen desinfiziert werden. I.d.R. ist es nötig, den Rest des Kopfes mit einem feuchten Tuch zu reinigen, womit man auch das Gerät insgesamt abwischen kann.

Die Packungsbeilage nennt keine Mindestlaufzeit. Der Griff erwärmt sich aber bei längerem Gebrauch und ich würde ihn dann erst einmal abkühlen lassen.

Verpackung: Plastikkiste in weiß mit großem Sichtfenster, durch das man das Wändchen sieht; Beiliegend 4 Steckdosenadapter für Kontinental-Europa, UK, Nordamerika und… öööhm… noch einer. Außerdem gibt es eine Gebrauchsanleitung, u.a. auf Deutsch.

  1. außerhalb Europas ist er übrigens unter „BMS Factory“ unterwegs, den drei Buchstaben des Herstellers, der hinter Marken wie Jopen, Swan, und Leaf steht. Dasselbe in Flieder ist der Couture Inspire Wand von California Exotics, der für den nordamerikanischen Markt produziert wird  Zurück zum Text
  2. Ich brauche bei Vibratoren, erst recht bei so kräftigen, einen ziemlich festen Andruck  Zurück zum Text
  3. frage mich, ob irgendwer das Ding zum Muskeln Massieren kauft!?!?  Zurück zum Text

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