We Vibe, Rave, Testbericht

We Vibe – Rave / Testbericht

Für alle, die sich schon immer gehofft haben, dass die Firma, die den stärksten, rumpeligsten Bullet-Vibrator hervorgebracht hat, den es bislang gibt, doch endlich mal einen anständigen G-Punkt-Vibrator herstellt, könnte der We Vibe Rave die Erfüllung ihrer feuchten Spielzeugträume darstellen. Dieser Rave nun wurde mir dankenswerter Weise von Kiss Kiss.ch zur Verfügung gestellt, einem großen Online-Händler in der Schweiz. Dort ist man ganz offensichtlich – und überdies erfolgreich – darum bemüht, neben Altbewährtem auch das Neueste und Interessanteste bereitzuhalten – und hierzu gehört zweifellos der Rave.

Die Form

We Vibe, Rave, TestberichtWenn es um G-Punkt-Toys geht, kann man ja eigentlich kaum etwas wirklich Neues veranstalten: eine ausreichende Kurve muss her und das Ding muss eine gewisse Festigkeit mitbringen. Wenn dann auch noch Griff und Kopf ergonomisch geformt sind, ist alles andere beinahe egal.  Abgesehen davon natürlich, dass das Spielzeug gefälligst aus körperfreundlichem Material bestehen und vielleicht auch noch halbwegs ansprechend aussehen sollte. Dildos und Vibratoren mit den genannten Eigenschaften gibt es haufenweise, und unter Spielzeugfreunden ist ein G-Punkt-Toy mittlerweile etwas, dessen Form kaum Fragen aufwirft.

Laid, D.1, Dildo, We Vibe, RaveDer Rave von We Vibe allerdings hebt sich von dieser Masse „herkömmlicher“ G-Punkt-Toys ab. Zwar bringt er die genannten Eigenschaften mit, aber sieht überdies rätselhaft aus: irgendwie verdreht und, naja, ein bisschen wie selbstgeknetet.
Diese eigentümliche Machart verdankt der Rave We Vibes Zusammenarbeit mit den norwegischen Designerinnen von Laid. Die haben nämlich vor längerer Zeit schon einmal ein ähnlich asymmetrisches Toy auf den Markt gebracht, und zwar einen G-Punkt-Dildo namens D.1, den Ihr nebenan in Blau seht.

Ich fand diesen Dildo eigentlich nie sonderlich vielversprechend: sehr zaghaft gebogen und auch sonst reichlich profillos. Und so ahnte ich, dass er mir nichts bringen würde. Aber ich dachte; na, es hat ja vielleicht tatsächlich etwas auf sich mit dieser in sich gedrehten Form; wer weiß, was die so alles offenbar t… — ich mach‘s kurz: keine Offenbarung nirgends. Zumindest nicht bei mir. Der Laid D.1 ist einer der langweiligsten Dildos die ich mir je einverleibt habe.
Nun ist der Rave zum Glück nicht einfach nur eine motorisierte Kopie des D.1! Vielmehr bringt er schon der Form nach zwei Eigenschaften mit sich, die der D.1 missen lässt: seine Kurve ist absolut G-Punkt-tauglich und zwischen Griff und Kopf ist er deutlich verjüngt, was den Kopf etwas stärker akzentuiert.

Die Vibration …

… ist großartig. Hinsichtlich der Intensität ist sie dem Touch und dem Tango von We Vibe durchaus ebenbürtig. Ich rede hier von rumpeligen, groben, in den unteren Levels beinahe schon klopfenden Vibrationen. Ich habe ihn mit dem Mona 2 von Lelo verglichen und bei vergleichbarer Vibrationsfrequenz zeigte sich, dass beide Vibratoren gleich stark sind. Das Intensitätsspektrum ist beim Mona 2 größer, weil er auch noch einige Stufen sehr ruhiger, sanfter d.h. langsamerer Vibration bietet. Im Vergleich zum Mona 2 ist der Rave ein klein wenig lauter.

Leistung und Bedienung

We Vibe, Rave, TestDer Akku läuft ordentlich lange. Ich kann nicht wirklich sagen, wie lange genau, weil ich ab und an zwischendurch auflade und weil das natürlich von der genutzten Intensität abhängt. Und zwar über einen Stecker, den man durch ein kleines Loch in der Haut des Vibrators sticht.

 

We Vibe, Rave, TestberichtBedienen lässt sich der We Vibe Rave im Grunde sehr einfach: einen Knopf gibt es zum Ein- und Ausschalten. Dieser dient zusätzlich dazu, sich durch das Menü zu zappen. Die beiden anderen Knöpfe sind dazu da, die Intensität zu steigern oder zu mindern. Der Rave merkt sich das Programm und auch die Intensität und ruft sie beim nächsten Anschalten wieder ab.

 

Erfahrungen mit dem Rave von We Vibe

Ich mag den Rave sehr! Ich glaube, es ist derzeit einer der Vibratoren, die ich wirklich jeder und jedem ans Herz legen würde, der/die einen ergonomischen und starken G-Punkt- oder Prostata-Vibrator1 sucht.

Der Kopf des Rave trifft meinen G-Punkt ganz hervorragend, und weil der Vibrator ausreichend gebogen ist, lässt sich damit der nötige Druck aufbringen. Somit ist der Rave ein ganz prima G-Punkt-Dildo – und ein guter G-Punkt-Vibrator sollte ja immer zuallererst ein guter G-Punkt-Dildo sein! Was den Rave für mich sehr angenehm macht, ist die Verjüngung zwischen Griff und Kopf, weil dadurch der Scheideneingang kaum gedehnt wird, weshalb die Konzentration auf das Geschehen am G-Punkt leicht fällt.

We Vibe, Rave, TestberichtWas ich ebenfalls sehr mag, ist die vergleichsweise schmale und pointierte Auflage am G-Punkt. Um diese zu finden, muss man wegen der Verdrehungen in der Rave-Achse allerdings ein wenig herumprobieren.
Habe ich sie gefunden, mache ich ziemlich unkreativ das, was ich eigentlich immer mache: ich drücke den Kopf des Rave entweder immer wieder gegen den G-Punkt – was, wie gesagt, sehr fein ist – oder ich ficke ganz herkömmlich, wobei der Rave einen angenehmen Druck auf die bauchwärts gelegene, also vordere Scheidenwand ausübt und neben dem G- auch den tiefer gelegenen A-Punkt erreicht. Mehr brauche ich eigentlich kaum für einen anständigen Orgasmus.

Aber es gibt ja noch mehr! Manche mögen es redundant finden, aber ich muss natürlich auch hier auf meine Einstellung zu Vibrationen in der Vagina zu sprechen kommen: Ich bin mäkelig, was Vibrationen im Allgemeinen angeht und noch mäkeliger, was Vibrationen in meiner Vagina betrifft. Ich finde Vibrationen in mir drin eigentlich ziemlich verzichtbar, weshalb ich grundsätzlich lieber Dildos mag. Wenn aber etwas Rappelndes meiner Vagina ein verzücktes Lächeln auf die Schleimwände zaubert, dann muss es mit groben und kraftvollen Schwingungen aufwarten, die in die Tiefe dringen und einen zusätzlich stimulierenden Effekt haben. Mit anderen Worten: wenn schon Vibrationen, dann zumindest solche wie sie der Rave mit sich bringt!

We Vibe, Rave, TestberichtHierbei mag ich die Schwingungen in der unteren Hälfte des Intensitätsspektrums. Darüber hinauszugehen kann bei mir zu Irritationen der Harnröhre führen – das ist keineswegs ungesund, aber eben alles andere als schön. Finde ich. Außerdem wird es mir da schon fast zu britzelig. Auch würde es mich schnell überreizen, den Motor von Anfang an einzuschalten. Ich spiele erst einmal wie mit einem G-Punkt-Dildo vor mich hin und nehme erst, wenn die Erregung deutlich zum Orgasmus hin ansteigt, die Vibrationen hinzu.

Abgesehen davon macht sich der Rave auch außerordentlich gut als Klitoris- Vibrator und bietet an seinem Kopf verschiedene Auflage-Möglichkeiten.

Aber was bringt denn nun die schräge Form?

We Vibe, Rave, Vibrator, Testbericht Hmmm … na zunächst einmal: sie macht den Vibrator nicht unbedingt zu einem Augenschmaus. Aber das verzeih ich ihm gern dank seiner Performance. Diese hat allerdings meiner Ansicht nach mit seiner Verknautschtheit nicht sonderlich viel zu tun.

Die Form soll dazu anregen, den Vibrator eben nicht nur wie einen herkömmlichen G-Punkt-Dildo zu benutzen, sondern den Rave in der Vagina hin und her zu drehen, so dass die Wölbung oder die Kanten am Kopf von einer Seite zur anderen über den G-Punkt gleiten. Oder so ähnlich. Ich empfinde das im Vergleich zu meiner eher konventionellen Verwendung als reichlich großen Aufwand – gemessen daran, was für mich an Stimulation dabei herausspringt. Und ich habe auch noch nicht kapiert, warum der Rave besser zum Drehen zu gebrauchen sein soll als ein Toy, das symmetrisch geformt ist. Wer einen Dildo oder einen Vibrator, wie auch immer er aussehen mag, drehen will, sollte das tun. Ein schiefes Ding wie den Rave braucht man meiner Ansicht nach dazu nicht.

We Vibe, Rave, TestberichtAber gut, ich bin hierin vielleicht zu unsensibel oder zu ungeschickt. Einige Bloggerinnen hingegen  haben durchaus ungewöhnliche Erfahrungen mit der Form des Rave gemacht und die eine oder andere schöne Überraschung erlebt.2 Mir blieb dies verwehrt – bei mir funktioniert der We Vibe Rave nicht wegen, sondern ungeachtet oder vielleicht sogar trotz seiner Verknautschtheit.

Trotzdem finde ich es begrüßenswert, dass We Vibe mit dem Rave einen Vibrator hergestellt hat, der sich von anderen Modellen abhebt und dank seiner Form vielleicht für so manche eine Frau Ungewöhnlich-Erfreuliches bereithält. Viele andere dürfte er immerhin dazu anregen, verschiedene Arten der Stimulation auszuprobieren und ggf. auch auf andere Spielarten zu übertragen. Und wenn das alles nicht klappt, hat man mit dem Rave immerhin einen G-Punkt-Vibrator, der ganz vorzüglich für alles Konventionelle geeignet ist, was man mit so einem Toy anstellen kann.

Kritik

Es gibt drei, vier Mängel, die mir am Rave aufgefallen sind. Diese haben keinen Einfluss auf meine Empfehlung, da ich den Rave hinsichtlich der Form und Vibration toll finde. Mit den Mängeln kann ich also gut leben, wenn auch der Preis und die Marke anderes erwarten lässt.

Erstens: der Rave ist nicht wasserdicht, sondern nur spritzwassergeschützt. Zumindest steht das so auf der Packung. Baden damit ist also nicht drin. Aus lauter Schusseligkeit ist es mir allerdings schon zweimal passiert, dass er mit den anderen Toys zum Einweichen im Waschbecken gelegent hat. Passiert ist dabei nichts.

Zweitens: die Steuerung. Es gibt diese Memory-Funktion, die beim Einschalten das zuletzt aufgerufene Programm liefert. Das finde ich gut. Was ich aber gar nicht gut finde ist, dass sie auch die zuletzt eingestellte Intensität liefert. Das hat mich schon ein paar Mal ganz aus dem Konzept gebracht – ich will, dass meine Vibis auf der niedrigsten Stufe zu surren anfangen! Ein weiteres Manko bei der Steuerung ist, dass man das Menü nur in eine Richtung durchzappen kann. Hat man sich mal vertan, muss man ganze neunmal klicken, um wieder beim vorigen Programm anzukommen. Weniger Tasten mögen die Sache einfacher erscheinen lassen, bringen aber nicht unbedingt mehr Komfort mit sich.

Drittens: Es gibt keine Tastensperre.

Der Rave ist Bluetooth-fähig …

We Vibe, Rave, Bluetooth, App, Testbericht… und in dieser Eigenschaft kann er mit einer App kombiniert werden, die ich auf meinen zwar keineswegs unmodernen, aber eben auch nicht allerneuesten Kommunikationsgeräten nicht zum Laufen gebracht habe. Die Liebste auch nicht. Zugegebenermaßen haben wir das Unternehmen aus allgemeiner Gleichgültigkeit gegenüber derlei Technikgedöns dann auch schon nach drei Anläufen abgebrochen.

Über die App kann man jedenfalls eigene Vibrationsprogramme erstellen – zusätzlich zu den 10 voreingestellten Modi. Und Partner können auf diese Weise über große Entfernungen zusammen spielen, indem z.B. der eine den Rave hat und der andere die Bedienung per Handy. Wenn Ihr mich fragt: Schnulli. Die Rave-App-Kombi halte ich eher für ein Amüsement mit kurzer Halbwertzeit. Und um mein Technik-skeptisches Herumgemoser noch mit einem kleinen Geschlechterstereotyp zu krönen: Bluetooth ist (von einigen wirklich praktischen Ausnahmen abgesehen) sowieso eher was für Männer. Für diese lasse ich hier Scheldon C. sprechen und kümmere mich nicht weiter darum. ;O)

Der Rave von We Vibe in Kürze

We Vibe, Rave, G-Punkt-Vibrator, TestberichtPro: Der Rave hat eine Form, die sowohl für die isolierte G-Punkt-Stimulation als auch zum Ficken prima zu gebrauchen ist, und das Tollste: er hat wirklich tolle Vibrationen!!! Diese sind stufenlos zu regeln und kommen in zehn Variationen daher. Die Bedienung ist intuitiv zu begreifen. Die Akkukapazität ist bei einer Ladezeit von gerade mal 2 h prima – sowohl was die Laufzeit als auch, was die Stand-by-Zeit betrifft. Von anderen G-Punkt-Vibratoren hebt sich der Rave durch seine asymmetrische Form ab, die zum Experimentieren einlädt und Neues verheißt. Insgesamt ist der Rave dank seiner Form und Vibration (und trotz einer recht ausführlichen Contra-Liste) derzeit der G-Punkt-Vibrator (und Klitoris-Vibrator), den ich denjenigen empfehle, die es sowohl ergonomisch als auch stark und rumpelig mögen!

Contra: Der Rave ist nur spritzwassergeschützt, jedoch nicht wasserdicht. Er hat keine Tastensperre und die Bedienung ist ausbaufähig: die Rückkehr zum vorigen Programm ist nur möglich, indem man sich durch alle 10 Modi zappt und die Memory-Funktion merkt sich für den nächsten Start nicht nur das Vibrationsprogramm, sondern leider auch die -intensität. Die App ist mit etwas älteren Smartphones offenbar nicht kompatibel.

Maße: Länge: 19,5, davon ca. 15 cm einführbar; Durchmesser: max. 3,5 (Kopf) min. 2,7 (Hals)

Material: harter Kunststoff, nahtlos mit einer dünnen Silikonschicht überzogen

Gleitgel: wasserbasiert

Reinigung und Pflege: Waschen unter warmem Wasser mit Seife oder Spüli (nicht untertauchen!); Desinfizieren mit Toycleaner; zum Schutz vor Staub empfehle ich die Aufbewahrung in einer Plastiktüte oder im beiliegenden Stoffbeutelchen

Vibration: kräftig rumpelig, im unteren Teil des Spektrums beinahe klopfend, am oberen Ende ins Britzelig-Betäubende gehend. 10 Programme. Intensität ist unabhängig vom Vibrationsprogramm regulierbar.

We Vibe, Rave, VerpackungVerpackung und Lieferumfang: Stabiler, wertig erscheinender Pappkarton mit Deckel in Weiß und Lila, darauf ein Bild vom Rave. Inklusive USB-Ladekabel, Aufbewahrungsbeutel, Gleitgelpröbchen und mehrsprachiger Kurzbedienungsanleitung.

Farboptionen: leider nur in Lila erhältlich

Alternativen: Der Rave ist toll. Überhaupt. Und wer mal eine ganz außergewöhnliche Form ausprobieren möchte, findet eh nichts Vergleichbares. Trotzdem möchte ich auf zwei, drei Alternativen verweisen, die KissKiss.ch ebenfalls bereithält und die ich in der einen oder anderen Hinsicht besser finde.

Da wäre zunächst der Mona 2 von Lelo, der hinsichtlich der Vibration etwa gleich stark ist. Er bietet eine deutlich bessere Bedienbarkeit, verfügt über eine Tastensperre und ist wasserdicht. Überdies hat er auch sehr sanfte Vibrationen zu bieten. Hier geht’s zu meinem Testbericht.

Und von Swan / BMS gibt es zwei Vibratoren, die ich in puncto Vibration tatsächlich noch besser (noch grober und schwerer) finde als den Rave: den Whooper Swan, der allerdings noch mit einem zusätzlichen Klitoris-Arm ausgetattet ist, was nicht jedermanns Sache ist. Außerdem ist der einführbare Anteil sicherlich der einen oder anderen Dame für die G-Punkt-Stimulation zu flexibel. (Testbericht) Und dann habe ich noch einen imposanten Vibrator namens Swan Wand. Dessen einführbarer Teil ist starr, aber leider nicht ganz so schön gebogen wie der des Rave. Er hat hier die gleichen Vibrationen wie der Whooper und noch stärkere Vibrationen in seinem zweiten, größeren Vibrator zum Auflegen. (Testbericht kommt noch)

Vielen herzlichen Dank an KissKiss.ch für den großartig-rumpeligen We Vibe Rave!!
  1. Achtung! Der Rave hat keine Reinflutschsicherung! Leute, die es anal tief und wild mögen, sollten hier vorsichtig sein oder sich besser gleich was anderes suchen!  Zurück zum Text
  2. z.B. Dizzygirl von Toy Meets Girl oder Emmeline Peaches   Zurück zum Text

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